15. 01. 2007

Das WoW Brettspiel

WoW

Vor einiger Zeit stolperten wir über ein Brettspiel zu „Doom“. Und nachdem ich außerdem eine Runde „Warcraft“ gespielt habe, bin ich der Meinung, dass man Computerspiele extrem gut als Brettspiele umsetzen kann! Man sollte aber als gewillter Spieler folgende Eigenschaften mitbringen:

  • 3 – 7 Stunden Zeit
  • viel Geduld beim ersten Durcharbeiten der Anleitung
  • einen überdurchschnittlich großen Tisch

Wer damit dienen kann, hat garantiert seinen Spaß, denn sowohl „Doom“ als auch das später erschienene „Warcraft“ konnten dadurch überzeugen, dass es erstaunlich taktische Spiele waren. Da wurde nicht nur lieblos eine Lizenz verwurstet, sondern es eteckt viel Liebe im Detail. Aber ich will jetzt ja gar nicht über die beiden schreiben, sondern über unsere neuste Anschaffung: WoW.

World of Warcraft - das BrettspielVorweg: das mit dem großen Tisch kann man diesmal getrost vergessen, denn es existiert in meinem Umfeld KEIN Wohnzimmertisch, der diesem Spiel gerecht wird. Ein Ausweichen auf den Fußboden sollte also von vorneherein einkalkuliert werden (seht euch einfach die Fotos an). Was die zeitlichen Dimensionen angeht haben wir gestern 7 Stunden vor WoW zugebracht… und müssen heute noch fertig spielen.

Der Packungsinhalt entspricht in etwa dem was passiert, wenn man „Doom“ und „Dungeons & Dragons“ mischt: massenhaft Marker, Karten, Figuren, Würfel und Übersichtsblätter. Das erste Durchkauen der Regeln hat uns etwa 3 Stunden gekostet. Wer auf simple Spielkonzepte steht, ist hier eindeutig falsch, denn diese Leute werden wahrscheinlich schon bei den Regeln aufgeben. Wobei man aber fairerweise sagen muss, dass das Handbuch SEHR ausführlich gehalten ist und jede Kleinigkeiten idiotensicher erklärt. Das ginge auch wesentlich schneller.

Das Ganze läuft folgendermaßen ab: 2-6 Spieler teilen sich in Horde und Allianz auf und jede Fraktion erhält 2 oder 3 Charaktere, die sie spielt. Diese haben alle verschiedene Eigenschaften (z.B. gibt es Zauberer und Jäger, WoWler dürften das kennen). Bei 2 Spielern übernimmt halt jeder 2 Charaktere. Gewonnen hat die Fraktion, die als erste den „Overlord“ besiegt oder nach 30 Runden in einem finalen PvP-Kampf die gegnerische Fraktion platt macht. Wie im echten WoW kann man im Spielverlauf sowohl gegen verfeindete Spieler (PvP) als auch gegen Monster (PvE) antreten, wobei zweitere Variante klar im Vordergrund steht. Jeder Charakter hat ein eigenes Inventar für Ausrüstungskarten und Fähigkeiten, die er im Spielverlauf kaufen oder als Quest-Belohnungen erhalten kann. Die auf der Weltkarte verteilten Quests sind das wichtigste am Spiel, denn nur wenn man sie schafft, erhält man Erfahrung und kann so immer weiter aufsteigen. Netterweise sind die Quests für die beiden Fraktionen getrennt, so kann man dem anderen wenigstens nichts wegschnappen. Quest-Aufgaben laufen üblicherweise nach dem Schema „Töte das fette Monster“ ab.

World of Warcraft - das BrettspielDas Spiel ist in maximal 30 Züge unterteilt und wenn die eigene Fraktion am Zug ist kann man mit jedem Charakter nur 2 Aktionen ausführen (z.B. laufen + kämpfen oder erholen + trainieren). Da muss man gut planen… Außerdem muss man sich überlegen, ob man seine 2-3 Charaktere einzeln Abenteuer bestehen, oder sie als Gruppe schwerere Quests erledigen lässt. Je schwerer die Aufgabe, desto größer fällt die Belohnung aus – aber dafür muss man sie dann zwischen den Gruppenmitgliedern aufteilen. Die Kämpfe an sich laufen (wie immer in solchen Spielen) so ab, dass gewürfelt wird. Genau will ich jetzt nicht darauf eingehen, aber das System ist sehr durchdacht und durch die richtige Ausrüstung oder spezielle Fähigkeiten kann man das Ergebnis gut beeinflussen. Viel mehr will ich jetzt eigentlich gar nicht schreiben, aber es gibt noch einiges mehr in dem Spiel zu entdecken.

Wer das PC-Spiel kennt, wird einiges wiedererkennen, aber auch für alle anderen ist das Brettspiel zu empfehlen. Voraussetzung ist allerdings, dass man sich von dem vielen Zubehör und der langen Spielzeit nicht abschrecken lässt. Das dürfte tatsächlich das Hauptproblem sein, denn obwohl wir lange Spiele gewohnt sind, war WoW für uns grenzwertig. Und anfangs dauert ein Zug besonders lang, weil man sich erst die Reihenfolge merken muss. Vor allem das Kampfsystem braucht einige Zeit zur Eingewöhnung, aber nach einigen Runden geht es langsam flüssiger von der Hand. Wer sich die Zeit nimmt, sich mit diesem Spiel auseinanderzusetzen bekommt ein sehr geniales, strategisches Fantasy-Abenteuer geliefert. Ich jedenfalls war von der ersten Runde begeistert.

Nachtrag: Ein zweites Mal gespielt haben wir es danach aber nie wieder, weil uns der Umfang immer wieder abgeschreckt hat…

8 Gedanken zu „Das WoW Brettspiel

  1. Schramme

    Also, dass euer Wohnzimmer-Tisch „etwas“ zu klein zum spielen ist, war wohl doch leicht untertrieben. ;-) Aber es sieht schon interessant aus, ist wohl wirklich sein Geld wert. ^^

  2. spa

    Oh ja. Das Spiel ist wirklich übel und geil zugleich. Die Einarbeitung gestern war sehr langwierig und irgendwann konnten wir nicht mehr die Regeln vorlesen und haben sie still nebeneinandersitzend konsumiert.

    Und gestern um 23:30 war dann Ende, weil wir eine Pause brauchten. Und wir haben nicht mal die Hälfte der Runden erreicht. Vielleicht schaffen wir das Spiel ja noch diese Woche.

  3. JohannaG

    Oooch, ich glaub, ich würd allein Stunden da sitzen, um die Regeln zu kapieren. Ich hab nicht mal das PC-spiel WoW gespielt, ob ich da Chancen hätte?
    Naja, aber sieht schon mal schön bunt aus ^^

  4. ZiB

    WoW muss man eigentlich nicht kennen, aber man hat Vorteile wenn man schon mehr solche „Riesen-Spiele“ mit Rollenspiel-Elementen gespielt hat. Wir sind so was inzwischen durch Doom, Dungeons and Dragons oder Heroscape gewohnt und lassen uns nicht mehr abschrecken ;)

    Aber so kompliziert wie es jetzt den Anschein hat ist es eigentlich gar nicht, nach ein paar Runden hat man die Regeln drin weil sie sehr logisch sind und anschaulich erklärt werden. Man muss halt nur Spaß dran haben stundenlang an einem Spiel zu sitzen und genau zu überlegen, wie man seine Figuren ausrüstet und weiter entwickelt.

    Inzwischen haben wirt übrigens fertig gespielt… spa hat den finalen Endkampf gegen meine beiden Helden gewonnen, aber nur ganz knapp :P

  5. 5 geo999

    das spiel ist geil ich hab es mir bestellt und es ist schon krass.
    wiegt ca. 5kg!ABER es ist hammer.lohnt sich!!!!!
    wer rollenspiele mag:kaufeeeeeeeeeeeeeeen!

  6. NeonGenesis

    Ich hab mir das Spiel vor ca nem halben Jahr gekauft. Wollte zusammen mit Freunden ersten Durchlauf testen, doch sie wurden schnell ungeduldig beim abarbeiten der Anleitung. Nach 2 Stunden haben sie abgebrochen.
    Habe am folgenden Tag alleine die ganze Anleitung abgearbeitet und erstmal gegen mich selbst gespielt. Hat nur 12Stunden gedauert ^^
    Am nächsten Tag mit einem Kumpel dann zu zweit nochmal gespielt, was dann 8 Stunden gedauert hat.

    Was die Größe anbelangt. Ich kenne wirklich keinen der einen ausreichend großen Tisch hat.
    Anfangs baut man auf dem Tisch auf, dann langsam aber sicher auf Stühle, Hocker und alles was irgendwie Griffbereit ist.
    Mein Tip: Baut direkt auf dem Boden auf, da hat man alles Griffbereit und es kann nichts runterfallen .D

  7. JP

    also wir hamn schon nen ziemlich grossen tisch… von der länge her genau richtig aber von der breite her reichts nicht ganz, wenn man das brett an den rand schiebt kann man auf der anderen seite 2 spieler einrichten. da habe ich halt praktischerweise einen viereckigen bistrotisch zuhause, auf den genau nochmals 2 spieler draufpassen… aber ansonsten habt ihr recht… keine chance^^ xD
    aber meine empfehlung: wenn ihr einen campingtisch zuhause habt, dann stellt einfach den noch an den grossen tisch.

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