04. 08. 2007

FFF 2007 – Tag 3

Fantasy Filmfest

Heute habe ich leider nur zwei Filme gesehen, weil ich meinen seit ein paar Tagen toten Computer wiederbeleben musste. Aber dafür war ich das erste mal richtig fit im Kino, ausgeschlafen und ohne knurrenden Magen.

Disturbia

Die Story kennt man aus „Das Fenster zum Hof“, er bietet also kaum Überraschungen. Es fließt kein Blut. Die Atmosphäre kann man mit einem fröhlichen Teenie-Film vergleichen. Der Böse ist ein alter Herr von nebenan. Der Film spielt in einer ganz gewöhnlichen amerikanischen Straße. Effekte? Nicht wirklich.
Und trotzdem hat Disturbia unheimlich Spaß gemacht.

Zuerst hatte ich einen düsteren Psychothriller erwartet, aber man kann bei dem Film über weite Strecken erstaunlich oft lachen. Das ist vor allem den drei Hauptdarstellern zu verdanken, die ihre Sache hervorragend machen und unheimlich sympathisch rüberkommen. Bei dem knuffigen Koreaner kann selbst Mandy Lane von gestern einpacken ;) Trotz des Humors bleibt die Spannung aber nicht auf der Strecke, und ich gestehe: ja, ich habe schon als Kind Geschichten geliebt, in denen Leute ausspioniert wurden (kennt noch jemand „Harriet: Spionage aller Art“?). Deshalb hat es mich nicht gestört, dass man eigentlich von Anfang an wusste, wie sich die Story entwickelt.

Fazit: Ein Thriller, der auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten ist und eine alt bekannte Geschichte erzählt – dies aber sehr unterhaltsam! Man sollte ihm eine Chance geben.

Perfect Creature

Die Story ist ziemlich interessant. Es fließt Blut. Die Atmosphäre ist sehr düster und bedrohlich. Der Böse ist ein durch seine eigenen Genexperimente zum Killer gewordener Vampir. Der Film spielt in einer Art Paralleluniversum, einer Mischung aus Moderne und 19. Jahrhundert. Tolle Effekte.
Und trotzdem hat Perfect Creature keinen Spaß gemacht.

So hart will ich eigentlich gar nicht sein… aber irgendwie wollte er mich nicht fesseln. Das mag zum einen an den Charakteren liegen, die sich große Mühe geben es mit ihrer deprimierenden Umgebung an Ausdruckslosigkeit aufzunehmen. Man fühlt nicht mit der Frau mit, wie sie erzählt, dass ihre gesamte Familie verschieden ist… und auch nicht mit dem Hauptcharakter, einem Vampir, der in seinen 100 Lebensjahren offensichtlich nur einen einzigen Gesichtsausdruck erlernt hat: prüfend den Kopf schräg zu halten, wenn er Gefahr wittert. Dazu kommt wie gesagt die sehr trostlose, wenn auch sehr schick in Szene gesetzte Stadt, bei der viel Wert auf Details gelegt wurde. Aber in dieser beeindruckenden Kulisse geht der Rest ein wenig unter.

Fazit: Ein optisch beeindruckender Vampirfilm mit düsterer Atmosphäre, der einen aber leider nicht mitreißen kann. Finger weg.

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