06. 08. 2007

FFF 2007 – Tag 5

Fantasy Filmfest

Pan’s Labyrinth

Ausnahmsweise mal keine großartige Premiere, denn dieser Film lief ja schon vor Monaten im Kino und erscheint diesen Monat auf DVD. Ich hatte darüber im Vorfeld sowohl üble Verrisse als auch verzückte Lobeshymnen gelesen. Also wollte ich mir meine eigene Meinung bilden, und bin in die kostenlose Blue Ray Promo-Vorstellung gegangen, die im Rahmen des FFF organisiert wurde. Ein Fehler… denn die Technik wollte natürlich nicht mitspielen. Zuerst dauerte es ewig, bis Ton und Untertitel stimmten, und dann wurde der Film über die gesamte Laufzeit hinweg immer wieder von kleinen Hängern unterbrochen. Seeehr nervig.
Aber genug rumgenörgelt, kommen wir zum Film an sich. Der war nämlich besser als ich befürchtet hatte. Es geht um ein Mädchen, das 1945 in Spanien lebt, und dessen Stiefvater ein grausamer Hauptmann ist. Während er Aufständige jagt und foltert verbringt sie ihre Zeit am liebsten mit Märchenbüchern, und findet tatsächlich einen Weg zu einer geheimnisvollen Fantasy-Welt.
Was mir sehr gut gefallen hat war der (übrigens eindeutig im Vordergrund stehende) „reale“ Part des Films. Die erbarmungslose Darstellung von Gewalt dürfte viele zart besaitete Zuschauer abgeschreckt haben, aber ich fand sie absolut gerechtfertigt, weil es damals nun mal so war. Im Kontrast dazu steht die zauberhafte Märchenwelt der Hauptdarstellerin, aber auch diese hat einiges an Ekel-Getier und furchteinflößenden Monstern zu bieten. Das bringt mich dann auch gleich zu meinem größten Kritikpunkt: Das Verhalten des Mädchens macht nicht immer Sinn, sie wirkt mal sehr clever, mal erschreckend dämlich (Stichwort: Essen). Und auch die Fantasy-Szenen konnten mich nicht immer überzeugen.
Trotzdem habe ich es insgesamt nicht bereut den Film gesehen zu haben, denn er war mal etwas anderes und durchgehend spannend.

Fazit: Sicher ist es Geschmackssache, aber man sollte dem Film eine Chance geben. Und nein, er ist definitiv nichts für Kinder.

Storm Warning

Auch hier gab es ein paar technische Mängel… die Fassung die gezeigt wurde war noch nicht ganz fertig, was vor allem beim Ton auffiel, und wurde nur auf DVD gezeigt. Aber wenigstens gab es keine Hänger wie bei „Pan’s Labyrnith“.
Es geht um ein Pärchen, das bei einem gemütlichen Angelausflug an der Küste in ein Unwetter gerät. Sie verirren sich und landen in einer abgelegenen Farm, die von einer Standard-Redneck-WG bewohnt wird (Pa und zwei Söhne). Wie man es aus solchen Filmen kennt mögen diese keine Fremden, sind schlecht erzogen, dreckig, bewaffnet und geil auf die Frau. Ärger ist also vorprogrammiert, allerdings hat man in diesem Film die seltene Ausgangssituation, dass es nur zwei potentielle Opfer gibt. Von daher wendet sich schnell das Blatt, und die beiden sind diejenigen, die mit ausgetüftelten Fallen und grober Gewalt zurückschlagen. Dann geht es sogar richtig splatterig zur Sache, was man bei dem sehr ruhigen Anfang gar nicht erwartet hätte.

Fazit: Man kann den Film in zwei Hälften teilen: der Anfang ist sehr ruhig, schon fast einschläfernd. Gegen Ende gibt er aber mächtig Gas, es fließt viel Blut und die Spannung steigt bis zum Finale an. Insgesamt guter Durchschnitt, nur für Genre-Fans ein Tipp.

The Signal

Der Fernsehempfang wird durch ein seltsames Bild gestört und aus Telefon und Radio klingt nur ein ungutes Rauschen. Zuerst denken sich die Menschen nichts weiter dabei, aber dann beginnt es… wer dem Signal ausgesetzt war wird reizbar und tickt wegen Kleinigkeiten aus. Schon nach kurzer Zeit beginnen sich alle auf den Straßen gegenseitig umzubringen, entweder weil sie durch das Signal verrückt werden, oder aus Angst vor den anderen.
Dieser Film wurde in 3 Akte unterteilt, die von 3 verschiedenen Regisseuren umgesetzt wurden. Dabei ist der erste Part sehr spannend und verstörend, der 2. auf eine morbide Art lustig und der dritte… ja, der dritte ist wohl leider etwas schwach geraten. Hier wird versucht, dem ganzen einen verwirrenden Schluss zu verpassen, aber er wird nur langweilig. Sehr schade… hätte Regisseur 1 den Schluss übernommen wäre bestimmt eine rundere Sache daraus geworden.

Fazit: Abgesehen von dem etwas mauen Ende hat mir der Film gut gefallen. Wer „28 Days later“ mochte sollte ihn sich nicht entgehen lassen.

I’m a Cyborg but that’s okay

In eine Irrenanstalt wird ein Mädchen eingeliefert, das sich für einen Cyborg hält. Sie legt ein ziemlich seltsames Verhalten an den Tag, redet mit Mascheinen, leckt Batterien ab und verweigert die Nahrungsuafnahme aus Angst um ihr elektronisches Innenleben.
Diese koreanische Tragik-Komödie spielt so gut wie ausschließlich in der Anstalt, und die Insassen sind sehr schräge, aber gleichzeitig auch sympathische Charaktere. Einige Szenen spielen in ihrer Phantasiewelt, und das verleiht dem Film einen ganz eigenen Charme. Leider fand ich aber, dass sich der Anfang etwas gezogen hat… man bräuchte eigentlich etwas, um sich an das „verrückte“ Szenario zu gewöhnen, stattdessen wird man aber mitten rein geworfen. Nachdem man sich daran gewöhnt hat macht der Film aber unheimlich Spaß und die Liebesgeschichte die sich irgendwann entwickelt ist unheimlich rührend. Und dann… tja, dann ist plötzlich Ende. Das ist mein zweiter großer Kritikpunkt: am Schluss hätte ich mir zumindest noch eine kleine Szene gewünscht, in der man erfährt, ob der „Cyborg“ bei seinem letzten Vorhaben festhält oder nicht.

Fazit: Ein ungewöhnlicher, aber sehr schöner Film.

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