28. 09. 2007

My Sims (Wii)

Sims

Nachdem Big Brain Academy meine Erwartungen weit übertroffen und dank wifi-Modus für eine Menge Spielspaß gesorgt hatte, gönnte ich der Disc vor ein paar Tagen das erste mal eine Pause. Denn da wanderte „My Sims“ in die Wii – meine neuste Anschaffung.

Mein Verhältnis zum erfolgreichsten PC-Spiel aller Zeiten ist gespalten. Ich habe den ersten Teil samt mehrerer Add Ons sehr ausführlich gespielt und war dann auch vom Nachfolger erst mal begeistert. Allerdings ebbte das schnell ab, weil ich merkt, dass sich am Spielprinzip nichts geändert hatte – Häuser bauen in schönerer Grafik. Die Konsolenableger der Sims ließ ich deshalb links liegen, auch wegen der oft nicht gerade prickelnden Bewertungen.

Warum hole ich mir also My Sims? Zum einen weil ich das Gefühl hatte, dass man sich hier große Mühe gegeben hat, etwas neues zu machen. Das merkt man schon an der Grafik, die sicher nicht den Geschmack von jedem treffen wird – aber einzigartig, das ist sie auf jeden Fall! Alles wirkt aus einem Guss. Zum anderen reizte mich, dass „My Sims“ sehr Richtung Animal Crossing gehen sollte. Und dieses süchtig machende Spiel war immerhin über ein Jahr lang Dauergast in meinem DS gewesen.

My SimsWorum geht es nun bei „My Sims“? Man baut sich erst mal eine Figur, wobei einem eine Vielzahl an Gestaltungsmitteln zur Verfügung stehen. Vor allem die große Auswahl an Klamotten sorgt dafür, dass sich jeder ein würdiges Ebenbild basteln kann. Dann zieht man in einem kleinen Dorf ein, das ziemlich heruntergekommen ist. Da man die Gabe besitzt, Häuser und Möbel zu bauen, soll man diesen Umstand ändern – und schon geht es los. Erst baut man sein eigenes Haus, dann bekommt man Aufgaben von den Nachbarn und potentiellen Zuziehern. Man beschäftigt sich im Spiel vor allem mit drei Dingen:

  1. Essenzen sammeln – Blumen, Bäume, Fische, Steine… aus allem möglichen kann man Essenzen gewinenn und einsammeln. Diese dienen dann entweder als Farben und Muster oder man kann sie direkt als nette Accessoirs für die Wohnung verwenden. Jede Essenz verfügt außerdem über eine bestimmte Eigenschaft (z.B. lustig, niedlich oder gruselig). Das beschaffen von Essenzen ist sehr simpel, wenn man erst mal weiß wo welche sind.
  2. Möbel bauen – in der Werkstatt kann man mit Hilfe von Bauplänen alle möglichen Möbel entwerfen. Man wählt erst einen Plan aus, z.B. für ein Sofa – und dann kann man seine Phantasie spielen lassen. Zum bauen verwendet man unterschiedlich geformte Bauklötze und die gesammelten Essenzen (diese aber vor allem zum einfärben).
  3. Häuser bauen – an bestimmten Stellen im Dorf kann man Häuser für neue Sims bauen. Meistens geben diese einem ein grobes Thema vor (z.B. möchte jemand ein Museum), man kann sich dann aber sehr frei austoben. Auch hier stehen einem verschiedene Einzelteile zur Verfügung, sowie Fenster, Türen und sonstiges Zubehör.

Wie gesagt geben die anderen Bewohner einem Aufgaben – und das nicht zu knapp. Als Belohnungen erhält man meistens Baupläne für neue Möbel und nette Spezial-Möbel. Man kann auch die Beziehungen zu den anderen pflegen, hierbei beschränken sich die Möglichkeiten aber in der Regel auf „reden“, „nett sein“ und „böse sein“. Und das ist nicht der einzige Part, der sich von den PC-Sims unterscheidet. Zum Beispiel wurden alle Bedürfnisse gestrichen. Man muss weder essen, noch schlafen, noch aufs Klo gehen. Das sorgt dafür, dass man das Spiel sehr frei angehen kann – wie bei Animal Crossing gibt es keine echten Verpflichtungen. Die Aufgaben der Nachbarn werden zwar in einem Buch vermerkt, ob und wann man sie erledigt liegt aber bei einem selber. Letztendlich ist das Hauptziel, sich eine Stadt zu erschaffen, in der man sich wohl fühlt und die eine gute Bewertung erhält. Aber natürlich will man auch möglichst viele verborgene Orte, seltene Essenzen und ausgefallene Baupläne finden.

An Grafik und Sound gibt es nichts zu meckern, und auch die Steuerung finde ich sehr gelungen. Selbst der filigrane Möbelbau gelingt meistens (wenn auch nicht immer…) auf Anhieb. Schade ist, dass man die Häuser von außen gestalten kann wie man will – innen haben sie aber immer nur eine Etage mit fester Raumaufteilung. Und generell darf man den Sinn von vielem in diesem Spiel nicht hinterfragen. Wieso soll man mühsam einen verschnörkelten Tisch designen, wenn es auch zwei Klötze tun würden? Wozu die eigene Wohnung einrichten, wenn man weder essen noch schlafen muss? Wozu gibt es dann überhaupt ein Restaurant in der Stadt? In dem Spiel geht es hauptsächlich darum, kreativ zu sein und sich in dieser kleinen Welt einzuleben, nicht darum, möglichst schnell ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Darauf muss man sich einlassen können, sonst hat man keinen Spaß und wird sich schnell langweilen.

Fazit: Ich spiele jetzt seit etwa 6 Stunden und es macht Spaß. Wie ein Haufen Bauklötze für die Wii ;) Ich bin aber mal gespannt, wie es mit der Langzeitmotivation aussieht, denn bisher wirken die Aufgaben etwas zu einfach und auf die Dauer wird mir das freie Bauen alleine wahrscheinlich nicht fordernd genug sein. Ich melde mich in ein paar Wochen noch mal zu Wort, falls ich dann noch spiele. Nachtrag: …was ich nicht tat…

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