27. 07. 2008

Kill Doktor Lucky

Kill Doktor Lucky

Dieses Spiel habe ich auf gut Glück meinem Geburtstags-Freund geschenkt, und wir haben es inzwischen schon zu zweit und zu dritt ausprobiert. Und ich muss sagen: es gefällt mir extrem gut, obwohl es in Deutschland leider relativ unbekannt ist. Das muss geändert werden! :)

Story: Die Spieler befinden sich in dem noblem Herrenhaus von Dr. Lucky und trachtem ihm nach dem Leben. Aber natürlich soll kein anderer der Anwesenden mitbekommen, was man vorhat – also schleicht man dem Doktor hinterher, durchstöbert die Räume nach Waffen und hofft darauf, dass der Mordanschlag nicht vereitelt wird. Denn Dr. Lucky hat extrem viel Glück und wird bestimmt nicht beim ersten Angriff das Zeitliche segnen.

Packung und Spielplan machen erst mal nicht viel her, nicht einmal Figuren liegen bei. Die spartanische Ausstattung sollte einen aber nicht abschrecken, denn sie mindert nicht den Spielspaß – und wer unbedingt will kann sich die „Deluxe“-Version aus den U.S.A. bestellen ;) Es hat aber finde ich seinen eigenen Reiz, sich aus anderen Spielen lustige Figuren zusammenzusuchen.
Die Spielkarten sind auch eher schlicht gestaltet, schwarz-weiß ohne groártige Illustrationen – aber auch sie erfüllen ihren Zweck, man blickt sofort durch.
Die Anleitung ist kurz gehalten, leicht verständlich und kommt ebenfalls ohne unnötigen Schnickschnack aus. Der Spaß liegt im Spiel selber – und dazu komme ich jetzt ;)

Zum Spielverlauf: Der Spielplan zeigt einen Grundriss des Herrenhauses mit über 20 Räumen und diversen Fluren dazwischen. Dort stehen Spielfiguren für die menschlichen Mitspieler und Doktor Lucky. Wenn man an der Reihe ist gibt es zwei Möglichkeiten:
– man geht maximal einen Raum weiter und durchstöbert ihn (zieht eine Karte)
– man geht maximal einen Raum weiter und setzt beliebig viele Handkarten ein
Bei den Handkarten gibt es im Grunde drei Arten: Karten, die einen selber oder Dr. Lucky um mehrere Räume weiter bewegen. Karten, die einen Mordanschlag von Mitspielern verhindern können (Fehlschlag-Karten), die also nicht im eigenen Zug eingesetzt werden. Und mannigfaltige Waffen *g*.
Sobald man sich mit Dr. Lucky in einem Raum befindet kann man ihn angreifen – allerdings darf kein Zeuge in Sichtweite stehen (die Position der Türen muss z.B. beachtet werden). Ist das der Fall kann man eine Waffe einsetzen um seinen Angriff zu verstärken – z.B. die Bratpfanne, die in der Küche stolze 4 Punkte bringt. Mit den bloßen Händen wäre es nur einer. Nun müssen die Mitspieler mit Fehlschag-Karten kontern, dürfen sich jedoch nicht absprechen. Bluffen ist hier wichtig, denn man möchte natürlich lieber dass die anderen ihre Karten opfern. Auf den Fehlschlagkarten steht immer drauf, wie viele Punkte sie wert sind, und insgesamt müssen es mindestens so viele sein, wie der Mordanschlag „wert“ war. Dann gilt er als vereitelt, die Karten werden abgelegt und der Doktor zieht weiter. Auch wenn er nicht angegriffen wurde zieht er am Ende jedes Zuges ein Zimmer weiter, schließlich will er es seinen potentiellen Mördern nicht zu einfach machen.

Das ist schon fast alles, aber trotz des simplen Spielprinzips bleibt es durchgehend spannend. Da es die Regel gibt, dass der Spieler automatisch dran kommt, zu dem der Doktor ins Zimmer kommt, lassen sich interessante Kombos durchführen, in denen man sein Opfer mehrere Züge lang vor sich her treibt. Da viele Waffen Boni in bestimmten Zimmern erhalten ist auch das ein wichtiges taktisches Element. Und zu allem Überfluss kommen einmal benutzte Fehlschlag-Karten aus dem Spiel – so kann das ganze nicht endlos weiter gehen und wird zum Ende hin noch mal extra spannend.

Schon zu zweit macht das Spiel viel Spaß, zu dritt dauert es etwas länger, durch das bluffen mit den Fehlschlagkarten spielt es sich aber noch mal etwas anders. Auf der Packung ist angegeben, dass bis zu 8 (!) Spieler teilnehmen können, wahrscheinlich wird es dann besonders schwer sich ungesehen an den Doktor heranzuschleichen.

Fazit: Ein erstaunlich simples Spiel, das aber trotzdem jede Menge taktischer Möglichkeiten bietet und sehr unterhaltsam ist. Dicker Zwergentipp, mir macht es jedenfalls sehr viel Spaß :)

2 Gedanken zu „Kill Doktor Lucky

  1. JohannaG

    Hui, vielleicht könnte ich das auch mal ausprobieren ;)
    Aber es stimmt, bis heute (durch dich) hab ich nie von diesem Spiel gehört oder gelesen.

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