10. 09. 2008

FFF 2008 – Tag 8 & Fazit

Fantasy Filmfest

Etwas verspätet (ich war noch zelten), aber es ist vollbracht… etwas übermüdet haben wir vor einer Woche den letzten FFF-Tag hinter uns gebracht, und um mein Fazit vorwegzunehmen: es war wieder sehr genial! Nächstes Jahr werde ich mir auf jeden Fall wieder eine Dauerkarte holen. Bevor ich mich aber in Details verliere, erst mal Reviews zu den letzten Filmen:

My Name is Bruce

Das ist ein Film auf den ich mich sehr gefreut hatte, und bei dem ähnlich wie bei JCVD ein eher fürs Grobe bekannter B-Movie Star sich selbst spielt. Bruce Campbell wird in einem Dorf als Monsterjäger engagiert, hält das ganze aber für einen Scherz zu seinem Geburtstag. Er spielt mit und mimt den Helden wie man ihn aus seinen Filmen kennt, aber als er sieht, dass alles echt ist ergreift er erst mal die Flucht.
Obwohl es hier ebenfalls sehr selbstironisch zugeht hat der Film einen völlig anderen Grundton als JCVD – bunter und mit mehr Slapstick und überdrehten Szenen. Auf jeden Fall erfindet sich Bruce hier nicht neu, aber Spaß macht es trotzdem.

Fazit: Eine nette, kurzweilige Komödie für Bruce Campbell-Fans.

Cowboys, Tod und Träume

Drei deutsche Kurzfilme, wobei man gnädigerweise den längsten zuerst gezeigt hat und es dann immer kürzer wurde – gut so, denn ansonsten wäre es wohl sehr zäh geworden. Achtung Spoiler, denn ich glaube nicht dass die Filme sehr viele von euch sehen werden. ;)
Der erste Film beginnt spannend mit einem abgelegenem Bauernhof, auf dem sich ein Immobilienmakler umsieht. Er trifft nur einen jungen Mann dort an, der zuerst etwas gruselig wirkt- er klaut sein Auto für eine Spritztour und dann auch noch das Foto seiner Freundin. Doch als er ihn schon spät abends zur Rede stellt entwickelt sich daraus kein Slasherfilm – nein, die beiden haben Sex. Gegen überraschende Wendungen habe ich nun wirklich nicht, aber das war dermaßen lächerlich und unpassend, dass man nur den Kopf schütteln kann. Zu allem Überfluss verändert sich nicht nur die Persönlichkeit des Maklers von einem Augenblick zum nächsten, sondern auch die des Jungen, der nämlich zu einer Familie von fiesen Killern gehört. Er rettet seinen neuen Lover, bringt seine Familie um und fährt mit ihm weg. Wie romantisch… und unsinnig.
Der zweite Film gab sich künstlerisch anspruchsvoll, was bei mir leider gar nicht gut ankommt. Wenn jeder Dialog total unecht wirkt und man für die gesamte Dauer des Films mit surrealen Farbspielereien bedacht wird, dann nervt es irgendwann. Die Geschichte war dabei gar nicht mal uninteressant – es ging um Träume als Heilung oder Flucht vor der Realität. Aber die Umsetzung hat mir halt wie gesagt leider gar nicht zugesagt.
Der dritte Film war dann der kürzeste, aber auch der beste. Frau in Wohnung, Killer schleicht sich an… hier wurde man nicht mit unnötigen Längen und Pseudo-Kunst genervt, sondern der Film kam schnell zur Sache und hatte ein lustiges Ende zu bieten. Auch die Optik wirkte modern und nicht so „typisch deutsch“ wie man es leider aus vielen Filmen kennt.

Fazit: Als einzigen der drei Filme fand ich den dritten gelungen… den Rest kann man sich wirklich sparen und es wurden nur meine Vorurteile gegenüber deutschen Filmen bestätigt.

Acolytes

Drei Jugendliche beobachten einen Mann, wie er eine Leiche im Wald vergräbt. Statt den mutmaßlichen Serienkiller der Polizei zu melden erpressen sie ihn aber – er soll einen Typen umbringen, der sie seit Jahren fertig macht. Natürlich geht das nicht gut.
Es fällt mir schwer, den Film zu bewerten. Die Geschichte hat mir sehr gefallen, auch wenn das Verhalten der Teenies nicht immer nachvollziehbar ist. Es ist mal was anderes und das ganze hält einige Überrachungen parat. Leider kommt aber wenig Spannung auf, was wohl an der etwas faden Umsetzung liegt.

Fazit: Interessante Story, aber leider etwas ungeschickte Umsetzung. Kann man sich durchaus ansehen, aber erwartet keinen Top-Film.

The Chaser

Ein ehemaliger Polizist arbeitet in Seoul als Zuhälter, und ist ziemlich ungehalten darüber, dass in letzter Zeit viele seiner Mädchen verschwinden. Erst glaubt er, dass sie einfach abgehauen sind – aber dann stellt sich heraus, dass sie vor ihrem Verschwinden alle den selben Mann besucht haben. Es stellt sich heraus, dass er sie wohl ermordet hat und er kann sogar geschnappt werden- aber aus Mangel an Beweisen wird er wohl bald wieder frei gelassen. Ein Wettrennen gegen die Zeit beginnt, denn das letzte Opfer lebt noch und wird irgendwo gefangen gehalten.
Über weite Strecken ist der Film sehr spannend und rasant erzählt, höchstens beim Finale hatte ich das Gefühl, dass er etwas an Fahrt verliert. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, wer vom Thema her solche Thriller mag sollte ihn sich auf jeden Fall ansehen.

Fazit: Spannende Verbrecher-Jagd.

Fantasy Filmfest 2008

FFFFAZIT

Das sind wir mit unserer Dauerkarten-Montur. Schön dass sich SK zu uns gesellt hat, zu dritt konnte man immer schön über das Gesehene plaudern und sich gegenseitig wach halten ;)
Das Festival insgesamt hatte dieses mal viele überdurchschnittlich gute Filme zu bieten. Es gab zwar wenig Über-Highlights, aber auch wenige Gurken. Meine persönlichen Favoriten:

Top 5

1. Let the right one in
2. Repo! The genetic Opera
3. Eden Lake
4. The Investigator
5. Mirrors

Und die einzigen Rohrkrepierer waren (wenn man ein paar Kurzfilme außer acht lässt):

Flop 3

1. XII
2. Virus Undead
3. Tale 52

Wie gesagt, der Rest bewegte sich für mich im überdurchschnittlichen Bereich. Weitere Highlights waren z.B. noch „Dance of the Dead“, „JCVD“ und „The Midnight Meat Train“, aber es gab wirklich viele gute Beiträge aus den unterschiedlichsten Genres. Dieses Jahr war für jeden etwas dabei: harter Horror, Kinderfilme, Dramen, Funsplatter, Musicals, Thriller, Asien-Kitsch, Retrospektive, Komödien und actionlastige Fantasystreifen. Hoffentlich wird die Mischung nächstes Jahr wieder so vielseitig!
Und zum Abschluss noch drei Sachen, die ich mir für nächstes Jahr erhoffen würde:

3 Verbesserungsvorschläge

1. die T-Shirts haben mir diesmal nicht gefallen, weil der Sponsor wichtiger war als das FFF-Logo
2. mir hat ein schräger asiatischer Film wie „Save the green Planet“ gefehlt
3. ruhig noch mehr Ansagen vor den Filmen, die tragen finde ich immer zur Atmosphäre bei

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