08. 10. 2008

Sacred 2 Ersteindruck

Sacred 2

Was ein Akt… nicht nur, dass Sacred 2 schwer zu einem vernünftigen Preis zu bekommen war (Saturn wollte stolze 17 Euro mehr als Amazon), dann lief es nicht bei mir. Das Spiel stellt offenbar sehr hohe Anforderungen an den Rechner und ruckelt sogar schon im Menü – dabei prahlen sie extra noch damit, Laptops unterstützen zu wollen. So wird das sicher nix. Ich habe stundenlang herum geschraubt, nur mit den niedrigsten Grafikeinstellungen war das ganze halbwegs spielbar – aber wer gibt so viel Geld aus, um dann sogar auf Antialiasing verzichten zu müssen? Ich hatte das Spiel schon aufgegeben, da fand spa heute glücklicherweise heraus, dass man die Auflösung und Tonqualität (!) runterstellen muss, um die Performance deutlich zu verbessern.

Sacred 2Jetzt läuft es also ziemlich gut, wenn auch wegen der niedrigen Auflösung natürlich nicht ganz in der Pracht die ich mir erhofft hatte. Aber vergessen wir das für einen Moment, denn das Spiel macht einen guten Eindruck: Die 6 Charaktere sind interessant und die Neuerungen gut durchdacht. Da merkt man, dass es nicht nur ein simpler Diablo-Klon werden sollte. Am unteren Bildschirmrand gibt es mehrere Slots für passive Skill, Kampf-Skills, Waffen und Reliquien (schützen vor Elementarschäden). Das sagt mir schon mal sehr zu, schön übersichtlich. Auch eine nette Idee ist, dass z.B. die Verteidigung gegen Elementarschäden im Charakterfenster als bunter Balken angezeigt wird – so sieht man auf einen Blick was einem fehlt, besser als nur mit Zahlen. Das Quest-Logbuch ist übersichtlich, es gibt zu jedem Fenster eine Direkthilfe und man findet schnell ins Spiel.

Die Skills sammelt man wie im ersten Teil ein. Man kann sich jetzt natürlich beschweren, dass es damit aufs Glück ankommt, welchen man zuerst auf ein ordentliches Maß steigern kann – aber ich finde es gut, dass es auch mal andere Systeme gibt. Man konnte schließlich schon in Sacred 1 später gefundene nutzlose Skills gegen einen gewünschten eigenen tauschen, das geht diesmal bestimmt auch. Somit kann sich jeder seinen Charakter zurechtzimmern wie er möchte. Eine besonders hübsche Idee ist hierbei, dass man zusätzlich in Modifikationen für einzelne (der pro Klasse 36) Skills investieren kann. So lässt sich z.B. ein Fernangriff wahlweise auf Reichweite oder Schaden trimmen. Insgesamt 3 Boni kann man so zu seinen Lieblingsskills packen.

Mein Charakter ist übrigens ein Tempelwächter, ein Nahkämpfer, der aber auch über futuristische Schusswaffen verfügt. Er sieht aus wie Anubis als Roboter und hat auch die passende blecherne Stimme, sehr cool. Die anderen Charaktere sind dann eher klassischer Fantasy-Natur, aber mich hat dieser seltsame Typ gleich gereizt. Der Humor kommt auch nicht zu kurz, er hat immer einen Spruch auf Lager – und die bisherigen Skills machen sehr Spaß, vor allem die Schusswaffen. Bisher habe ich aber natürlich noch nicht lange gespielt, erst 3 Stunden vielleicht. Vor allem freue ich mich natürlich auf die Reittiere später ;)

So sehr ich das Spiel bisher gelobt habe, muss ich aber jetzt doch zu einem negativen Punkt kommen… Bugs. Und wenn ich schon Bugs anspreche, dann meine ich VIELE Bugs. Ich bin gerade mal in der ersten Stadt, und mir sind (neben der suboptimalen Grafik-Performance) schon einige seltsame Sachen passiert. Immer wieder stehen Gegner nur herum ohne anzugreifen, selbst wenn man direkt vor ihnen steht. Manchmal kann man dann nicht mal auf sie schießen. Es erscheinen Sprechsymbole über Menschen, die nichts zu sagen haben. Mein erster Questgegenstand war erst nach einem Neustart auffindbar. Der erste Händler den man trifft verschwand mit einem mal und tauchte auch erst wieder auf, nachdem ich sie Spielwelt kurz verlassen hatte. Und Clippingfehler erwähne ich gar nicht erst. Muss das wirklich sein? Ich kann Bugs eigentlich sehr gut ignorieren, aber so viele auf einmal, und dann auch noch nach (!) einem großen Patch, da fühlt man sich als Käufer dann doch leicht verarscht. Es steckt sicher viel Arbeit in dem Spiel, aber kann man nicht bitte warten, bis es lange genug auf Fehler getestet wurde?

Negativ aufgefallen ist mir außerdem, dass „draußen“ alle Gegner wieder da sind, wenn man in einer Höhle war. Das hätte man zumindest ein bisschen abschwächen können, denn es nervt einfach, wenn man nur schnell zu einem Questgeber zurück will. Außerdem frage ich mich, ob es so gut ist, dass man alle Skills von Anfang an haben kann… klar freut man sich über Flammenwerfer und fetten Laser, aber womöglich fehlt dadurch ein wenig die Motivation, sich zu den starken Skills hinzuarbeiten. Im Grunde hat man das zwar dadurch, dass man seine Wunschskills nach und nach verbessert – aber ob das das selbe ist, wie bei Diablo2 endlich lvl 30 zu erreichen, das bleibt abzuwarten. Außerdem hoffe ich, dass der Schwierigkeitsgrad diesmal besser ausbalanciert ist als beim ersten Teil, bei dem man anfangs gestorben ist und der Endgegner viel zu leicht war.

(Erstes) Fazit: Es macht Spaß, sieht hübsch aus (wenn es denn läuft…) und es gibt viele sehr sinnvolle Neuerungen. Aber die benutzerfreundliche Handhabung nutzt leider wenig, wenn man dafür die ganzen Bugs drin lässt… hoffentlich bringt der nächste Patch da richtig was.

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