29. 11. 2008

Professor Layton

Professor Layton

„Professor Layton“ ist eine Mischung aus Adventure und Knobelspiel-Sammlung, und in Japan sehr beliebt. Bevor ich zum Inhalt komme möchte ich erst mal sagen, dass es das am schönsten gezeichnete DS-Spiel ist, das ich seit langem gespielt habe! Der Stil ist sehr eigen und erinnert mit seinen karrikaturhaften Figuren und ruhigen Farben mehr an französische Cartoons als an Animes. Es gibt liebevoll animierte Zwischensequenzen mit (englischer) Sprachausgabe, aber die In Game Grafik steht dem in nichts nach. Natürlich ist das in 2D leichter als in 3D, aber ich finde dass man es lobend erwähnen sollte, da man die Figuren sehr schnell lieb gewinnt.

Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf Man spielt den Rätselfreund Professor Layton und seinen Gehilfen Luke, die von einer Gräfin in ein verschrobenes kleines Dorf gerufen werden. Sie sollen eigentlich nur den goldenen Apfel, ein wertvolles Erbstück finden, aber dann geschehen viele mysteriöse Dinge. Es ist allerdings kein klassisches Adventure bei dem man ein Inventar und Dialoge mit diversen Antwortmöglichkeiten hat, die Handlung entwickelt sich sozusagen automatisch wenn man nur alle Orte gut genug erforscht und mit jedem redet. Ob man weiter kommt hängt von den Rätseln ab, auf die man unterwegs immer wieder stößt. Die Rätsel sind nicht direkt in die Handlung eingebunden, sondern starten wie Minispiele. Mein einziger Kritikpunkt wäre dann auch, dass sie leider nur selten einen wirklichen Bezug zu der Story haben. Es gibt Ausnahmen, z.B. wenn man mit dem Auto unterwegs ist und den richtigen Weg durch das Straßengewirr finden muss – so etwas hätte ich mir bei mehr Rätseln gewünscht.

Die abwechslungsreichen Denksport-Aufgaben sind numeriert und können auch einzeln abgerufen werden. Man bekommt Punkte dafür, je weniger Versuche man benötigt desto mehr. Außerdem kann man gegen eingesammelte Münzen bis zu drei Tipps pro Rätsel erkaufen, man wird also wohl nicht irgendwann festhängen. Die Art der Aufgaben ist immer verschieden: es gibt Streichholz-Rätsel, Zeichenrätsel, welche wo man mit Zahlen umgehen muss oder Verschiebe-Puzzle. Das ganze ist also sehr abwechslungsreich, auch wenn man einiges natürlich schon in ähnlicher Form kennt. Anfangs sind sie meistens Rätsel noch schnell zu lösen, aber der Schwierigkeitsgrad nimmt mit der Zeit zu. Ich persönlich fand die meisten Rätsel trotzdem relativ unkompliziert, nur gegen Ende und bei einigen Bonusaufgaben geriet ich sehr ins schwitzen. Aber ich schätze das hängt davon ab, wie oft man sich schon mit Knobelaufgaben beschäftigt hat, in diversen Reviews habe ich gelesen, dass andere mehr Probleme hatten.

Die Steuerung funktioniert angenehm simpel mit dem Stylus, und es wurde an viele praktische Details gedacht. So kann man sich z.B. beim rätseln Notizen machen indem man einfach auf den unteren Bildschirm kritzelt. Und wenn man das Spiel startet bekommt man kurz erklärt, wo man noch mal war und was als nächstes zu tun ist. Neben den Rätseln sammelt man noch Puzzleteile, Möbel für ein Zimmer und anderen Krimskrams für Bonusrätsel, man hat also zu tun. Und wer alles durch hat, für den gibt es jede Woche ein neues Rätsel zum kostenlosen Download über wifi. Auch das funktioniert schnell und simpel, wie eigentlich alles im Spiel.

Zum Umfang: Die Story inklusive 100 Rätseln hatte ich in 14 Stunden durch, plus noch mal 1,5 Stunden für die etwa 30 Bonusrätsel. Durch die lineare Story bietet das Spiel zwar keinen hohen Wiederspielwert, aber dieses Problem haben ja alle Adventures. Ein Vorteil ist hier, dass der Fokus mehr auf den einzelnen Rätseln als auf einer zusammenhängenden Story liegt, man kann z.B. seine Lieblingsrätsel markieren um sie Freunden vorzusetzen. Oder sich nach einiger Zeit noch mal einige der knackigeren Rätsel vornehmen.

Fazit: Ein unheimlich liebevoll gestaltetes Spiel, das für Rätselfreunde ein Pflichtkauf ist. Frust wird so gut es geht vorgebeugt, aber durch den große Umfang lohnt sich der Kauf definitiv. Man sollte allerdings kein echtes Adventure mit großen Freiheiten erwarten, „Professor Layton“ funktioniert etwas anders.

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