21. 04. 2009

Zwergenhochzeit: Start

Hochzeit

Es ist soweit… Einer meiner allerersten Blogeinträge hatte eine Verlobung zum Thema, jetzt steht am 21. August 2009 die dazugehörige Hochzeit vor der Tür.

Wir haben uns das schon vor einer Weile überlegt, aber erst gestern haben wir die letzten Formalitäten beim Standesamt geklärt, und deshalb ist es jetzt offiziell. Wer hier mitlest, weiß eh, wen ich heirate, und wie wir uns kennen gelernt haben, deshalb erspare ich euch jetzt die Vorgeschichte und austauschbares Liebesgeschwafel zugunsten eines anderen Themas: Hochzeits-Planungs-Stress. Es ist ein bisschen wie bei einem Umzug: Man muss zwar viel planen, aber man freut sich tierisch drauf… und es gibt Personen, die einem überall reinreden wollen. In meinen Fall ist das in erster Linie mein Vater. Okay, meine Schwester wollte mir ein violettes Tüll-Sommerkleidchen andrehen, weil der schwule Verkäufer so SÜSS war… aber nach ein paar mahnenden Worten hat sie dann doch verstanden, dass ich nur kaufe was mir gefällt. Mein Vater allerdings manipuliert hinterhältiger. Er sagt erst „Euch muss es gefallen.“, um dann sofort ein „Aber ich bin bei der Planung dann dabei!“ oder „Aber bedenkt, dass das-und-das sein muss!“ nachzuschieben. Aber das nur schon mal als Vorwarnung, denn eigentlich wollte ich ja vom „Beginning“ erzählen.

Wir saßen Ende Februar mit meiner Mutter, ihrem Mann (ungleich meinem Vater) und meinen Großeltern zwecks Geburtstagsfeier meiner Mutter zusammen, und sie waren die ersten, denen wir die frohe Botschaft überbrachten. Natürlich noch ohne Termin oder sonstige Details. Die Reaktion war glücklicherweise positiv, und goldig fand ich schon mal die typische Reaktion meines Großvaters auf die Kleiderfrage. Als meine Mutter anfing laut darüber nachzudenken meinte er (wissend um meine Abneigung gegenüber Kleidern): „Ach, heutzutage kann man einen schicken Hosenanzug tragen, das ist doch kein Problem.“. Mein Opi, immer zur Stelle, um mir den Rücken zu stärken ;). In diesem Fall aber leider umsonst, denn dann musste ich ihm erklären, dass ich zu meiner Hochzeit tatsächlich vollkommen freiwillig ein Kleid tragen möchte. Wieder zu Hause wurde dann auch der Schwieger-Part meiner Familie informiert, was leider nicht persönlich möglich war, da sie weiter weg wohnen.

Und was braucht man nun?

Römer FrankfurtPunkt 1: Ein Standesamt. Wenn man schon in Frankfurt wohnt, soll es der Römer sein, da waren wir uns schnell einig. Im Juni vielleicht. Der erste Anruf war dann sehr ernüchternd: Im Juni waren Wochenend-Termine nur nicht nach 9:00 h morgens frei, und das wäre wegen meiner Frisur und unseren anreisenden Gästen zu stressig geworden. Ein humaner Zeitpunkt um die Mittagszeit war erst im August frei… und selbst da nur Freitags, nicht Samstags. Aber gut, wie nahmen den Termin.

Punkt 2: Ein Restaurant. Der Ort für die eigentliche Feier sollte nicht zu weit entfernt sein, ein gutes Buffet bieten und „ein bisschen Grün“ dabei haben. Unser erster Anlaufpunkt war die Gerbermühle, aber trotz gutem Ersteindruck lehnen wir dann ab, als wir erfuhren, dass wir aufgrund der unflexiblen Zeiteinteilung 10.000 Euro hätten zahlen müssen. Für etwa 40 Personen rentierte sich das nicht…

Zum Glück stießen wir dann auf das Literaturhaus, ein wunderschönes Gebäude in der Nähe des Römers direkt am Main. Wir klärten das Gröbste und waren uns schnell einig, dass wir hier feiern wollten. Der Raum, den wir anmieten werden, passt genau für die Größe unserer Hochzeitsgesellschaft, ist sehr gemütlich und auch die Mitarbeiter machten einen sehr netten und kompetenten Eindruck. Wir haben direkten Zugang zur Terrasse, hinter der ein hübscher Park beginnt – das war mir für eine Feier im Sommer sehr wichtig, denn man will ja nicht stundenlang drinnen hocken.

Literaturhaus FrankfurtPunkt 3: Ein Kleid. Puh… ich habe seit der Grundschule kein Kleid getragen, von daher hatte ich keine Ahnung, was mir steht und worauf ich achten muss. Ich schnappte mir also meine Schwester, die auf Grund ihres Modefimmels zumindest für so etwas gut zu gebrauchen ist. Unsere erste Anlaufstelle war ein extrem teurer Laden, in dem ich behandelt wurde, als wäre ich der letzte Penner von der Straße. Wahrscheinlich lag es an meinen Turnschuhen. Nach mehreren weiteren abgeklapperten Geschäften fand ich dann mein Traum-Brautkleid, und ich bin einfach begeistert! Leider darf ich es hier vorher nicht zeigen, aber dass sogar meine Schwester und meine Mutter zufrieden waren, heißt schon mal was ;) Leider dauert es ewig… bis Juli wird es in meiner Größe besteht und dann kommt die richtige Anprobe mit Schuhen und allem drum und dran. Dann wird es im Detail zurechtgeschneidert und noch einmal anprobiert. Wenn es dann passt, kann ich es einige Tage vor der Hochzeit abholen. Ich freue mich schon darauf, die versammelten Gäste mit meinem Anblick im Kleid zu erschrecken :D.

Soviel erst mal dazu… aber ich werde mich bestimmt in den nächsten Monaten noch öfter zu dem Thema melden.

7 Gedanken zu „Zwergenhochzeit: Start

  1. Doireann

    Ich bin mal gespannt auf die Bilder und ich freu mich sehr für euch beide.
    Dorothee

  2. ZiB

    Danke :)
    Mich einmal im Kleid zu sehen wird für die meisten wahrscheinlich das spannendste an der ganzen Hochzeit sein, Fotos werde ich dann so schnell wie möglich hier zeigen. Wenn ich nicht beim Laufen umknicke und im Krankenhaus lande…

  3. JohannaG

    Na wenigstens gibt es ein Gutes an dem späteren Vermählungstermin, nämlich die lange Dauer der Bekleidungsanfertigung. Somit fügt sich das eine irgendwie dem anderen. Oder so…

    Mit meinen Glückwünschen warte ich immer noch. Was ich aber nach dem Lesen dieses Blogs sagen möchte:
    1. Bei der Stelle mit dem „SÜSSEN schwulen Verkäufer“ musste ich sehr lachen :D
    2. Trau- und Essensort sehen schon mal angenehm aus :) (das Restaurant hielt ich beim ersten Hinsehen fürs weiße Haus).
    Keine Ahnung wie’s drinnen zugeht, aber ich gehe mal davon aus, dass die Ereignisse dort keine Reinfälle werden ;)

  4. ZiB

    Ja, das Literaturhaus wirkt von außen sehr pompös, da kann man dann bestimmt gut die gesamte Hochzeitsgesellschaft vor fotografieren ;). Allerdings ist das Restaurant innen eher klein und sehr gemütlich. Es kommt ja drauf an, dass man sich wohl fühlt, und wir wollten es nicht zu steif haben. Da scheint es dem ersten Eindruck nach genau unseren Geschmack getroffen zu haben.

  5. Alenny

    Klingt ja richtig schön :)
    Viel Spaß bei der Feier ;) Wenigstens nicht so ne große Party. Als ich letztens auf einer Hochzeit war, waren es geschätzte 100 Leute, da ist nur Hektik.
    Macht Bilder von der Torte, die ist das wichtigste :P

  6. ZiB

    Danke :) Und wahrscheinlich werden wir am Ende tausend Bilder von allem haben, dafür wird gesorgt *g*.
    Zu viele Leute wollten wir auch nicht einladen, vor allem weil wir es auf diejenigen beschränken wollten, die uns wirklich nahe stehen. Ich wollte keine über mehrere Ecken verwandten Menschen dabei haben, die ich seit 20 Jahren nicht gesehen habe ;).

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