27. 08. 2009

FFF 2009 – Tag 1

Fantasy Filmfest 2009 Frankfurt

Heute ging es also los, das Fantasy Filmfest 2009 in Frankfurt. Als wir unsere Dauerkarten abholten gab es dazu nicht nur schicke FFF-T-Shirts, sondern auch DVDs mit Trailern und Kurzfilmen sowie eine FFF-Stofftasche (auf einer Seite mit dem Titel des Eröffnungsfilms „Carriers“ bedruckt, höhö). Besonders gefreut hat mich außerdem, dass die Kommentarwände nicht wegrationalisiert wurden, sondern sogar wieder ihren alten Platz im Erdgeschoss bekommen haben. Und anscheinend ist nach Jahren sogar mal jemand auf die Idee gekommen, die Filme darauf zeitlich zu sortieren, Respekt! ;)

Aber wichtig ist ja das, was im Kinosaal passiert. Leider liefen wieder mal viel zu viele, viel zu lange Trailer, und dann auch noch zu Festival-Filmen… es war schwer, sich nicht zu sehr zu spoilern. Die Höhe war dann, dass sogar verraten wurde, was in der Sneak kommt. Aber was will man machen, dafür freue ich mich jetzt auf die Vorab-Weltpremiere von „The Descent 2“. Schade war auch, dass der legendäre Rosmarien-Spot der 13th Street diesmal nicht mit von der Partie ist. Aber zumindest die beliebten Monsterpuppen sind wieder mit dabei.

Carriers

Der Film erklärt nicht mehr als nötig, sondern beginnt mitten im Geschehen: Vier Freunde fahren im Auto durchs von Killerviren heimgesuchte Amerika. Wo sie auch Halt machen stoßen sie auf Tote und gefährliche Infizierte, müssen also immer auf der Hut sein, um nicht selber zum Überträger zu werden.

Die simple Story reisst einen zwar nicht vom Hocker, aber sie wurde durchgehend spannend umgesetzt. Das ganze ist nicht übertrieben hart, man sieht erstaunlicherweise kaum Menschen im Endstadium der mysteriösen Krankheit. Der Horror spielt sich eher im Kopf ab, denn man fragt sich unweigerlich, wie man selber in einer solchen Situation reagieren würde. Ich will jetzt nicht zu viel verraten, aber da der Film über weite Strecken sehr realistisch bleibt wirkt die Situation um so bedrohlicher. Wer weiß, vielleicht mutiert die Schweinegrippe ja doch noch zum Killervirus…?

Fazit: Simpler aber spannender Schocker, der allerdings mehr auf leise Töne als auf Action und Gore setzt.

Bronson

Huch, was war das denn? Ich wusste vorher nur, dass der Film von dem äußerst gewalttätigen Gefängnisinsassen „Charles Bronson“ handelte, und hatte mir deshalb zwei mögliche Varianten zurechtgelegt, womit ich zu rechnen hätte: Entweder ein langatmiges Drama über ein vermurkstes Leben… oder eine ultrabrutale Gewaltorgie. Letztendlich ist der Film etwas völlig anderes.

Hier wird nicht nach dem „warum“ gefragt, sondern es werden einfach bestimmte (teilweise erfundene oder zumindest stark übertriebene) Episoden aus Bronsons Leben aneinander gereiht. Einen echten Spannungsbogen gibt es zwar nicht, aber der Film schafft es einen durch seine äußere Form zu fesseln. Bronson steht gerne im Mittelpunkt, und so macht der Film ihn zum Erzähler, der auf der Bühne steht und in extrem theatralischer Art aus seinem Leben plaudert. Die Bilder sind alle perfekt durchkomponiert, die Musik passt wie Bronsons Faust aufs Auge und selbst der Humor kommt trotz brutaler Szenen nicht zu kurz. Außerdem ist der Hauptdarsteller absolut hervorragend, und es macht schon Spaß nur seine Mimik zu beobachten.

Man kann sich am Schluss fragen, was der Film eigentlich möchte, außer gut auszusehen… Er will nicht erklären, warum Bronson so ist wie er ist, dazu spart er zu sehr mit Details. Und auch wenn man stellenweise mit ihm lachen kann, sind seine Gewaltausbrüche so erschreckend, dass man froh ist, dass dieser Typ nach wie vor hinter Gittern sitzt. Am ehesten soll der Film wohl einfach zeigen, wie sich Bronson selber sieht – als eine Art Popstar. Es ist ein kleiner Einblick in die Gedankenwelt eines Verrückten, der die meiste Zeit gar nicht so verrückt wirkt. Bis er dann auf einmal wieder ausrastet.
Wer Interesse an ungewöhnlich inszenierten Biografien hat (auch wenn an echten Informationen gespart wird) sollte sich den Film auf jeden Fall mal ansehen, durch die übertriebene Inszenierung wirkt er außerdem nicht so hart, wie man es bei dem Thema vermuten könnte. Ich war jedenfalls positiv überrascht, eigentlich hatte ich mir „Bronson“ nämlich nur angesehen, weil nichts anderes lief.

Fazit: Mit einem Wort: grotesk.

2 Gedanken zu „FFF 2009 – Tag 1

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