27. 08. 2009

FFF 2009 – Tag 2

Fantasy Filmfest 2009 Frankfurt

Der erste „richtige“ Festivaltag ist immer einer der anstrengendsten… Nach drei Filmen machten sich erste Ermüdungserscheinungen bemerkbar, was aber wohl auch an der mageren Nahrungsversorgung heute lag. Aber hey, immerhin drei – morgen werden es dann vier. :)

K-20: Legend of the Mask

Hier haben wir einen japanischer Superheldenfilm, der allerdings weit von Ultraman und co. entfernt ist. Dieser Held ist sehr menschlich, hat seine Schwächen und auch der Humor kommt nicht zu kurz (glücklicherweise aber nicht zu übertrieben). Die Actionszenen können sich ebenfalls sehen lassen, wobei man aber keinen „Dark Knight“ erwarten sollte. Der Grundton ist trotz einiger tragischer Elemente sehr viel fröhlicher. Dabei lässt das Setting eigentlich einen düsteren Film erwarten: Im fiktiven Japan der 40er Jahre (der 2. Weltkrieg hat nicht stattgefunden) herrscht eine strikte Zwei-Klassen-Gesellschaft. Während es sich die Reichen gut gehen lassen leiden die Armen und haben keine Chancen, etwas aus ihrem Leben zu machen. „K20“, ein Meister der Verkleidung, Akrobatik und Täuschung, bestiehlt die Oberschicht und wird deshalb von der Polizei gejagt. Zufällig gerät ein talentierter Zirkusakrobat zwischen die Fronten, weil er fälschlicherweise für den maskierten Dieb gehalten wird.

Fazit: Ein Film, der trotz seiner Länge durchgehend Spaß macht und einfach gut unterhält. Sympathische Charaktere, mitreissende Action und einige gelungene Überraschungen inklusive.

The House of the Devil

Man fühlt sich bei diesem Film auf ganzer Linie in die späten 70er / frühen 80er zurückversetzt. Er spielt nicht nur zu dieser Zeit, sondern wirkt auch ansonsten so, als hätte er schon drei Jarzehnte auf dem Buckel – was seine Vor – und Nachteile hat.

Zum einen wäre da die Old-School-Horrorstory, die einen mit Klischees überhäuft, was aber wahrscheinlich Absicht ist. Eine junge Studentin nimmt einen gut bezahlten Babysitter-Job an, obwohl das Angebot sehr merkwürdig klingt und sie dafür in eine abgelegene Villa neben einem Friedhof (!) fahren muss. Der Hausherr offenbart ihr, dass er gar keine Kinder hat, sondern nur jemand im Haus bleiben soll, der auf seine Mutter aufpasst – die sich im oberen Stockwerk befindet, und von der man eigentlich gar nichts mitbekommt. Alles sehr mysteriös, aber für den schnöden Mammon riskiert das Mädchen gerne ihr Leben. Und so nimmt das Schicksal seien Lauf, es vergeht allerdings sehr viel Zeit, bis man sie blutüberströmt vor der durchgeknallten Satanisten-Familie die Treppe hoch (!) flüchten sieht. Die meiste Zeit beschränkt sich der Film darauf, Spannung aufzubauen – oder versucht es zumindest. Denn leider erwartet man heutzutage mehr von einem Horrorfilm, als noch vor 30 Jahren. Damals hätte der Film vielleicht besser funktioniert. Das Finale ist zu kurz, die Story dafür dass sie so langsam aufgebaut wird zu öde und der Film nimmt sich noch dazu absolut ernst. Innovativ ist daran leider gar nichts, und es gibt genug gute alte Horrorfilme, die man nicht zu kopieren braucht.

Fazit: Interessant ist an dem Film der Retro-Look mitsamt passender Story, für heutige Verhältnisse bietet er aber leider zu wenig Spannung, um ihn wirklich weiterzuempfehlen.

Vertige

„Vertige“ hat mich ziemlich überrascht. Zuerst handelt es sich um einen lupenreinen Kletterfilm, inklusive schwindelerregender Kameraeinstellungen von Beinahe-Abstürzen an Steilhängen. Fünf ehemalige Schulfreunde treffen sich zu einer Klettertour, nehmen einen eigentlich gesperrten Weg und schneiden sich natürlich prompt den Rückweg ab. Der Anfang alleine sorgt schon für enormen Nervenkitzel, ich erinnere mich an keinen anderen Film, der so schöne Höhenangst-Szenen zu bieten hat. Daumen hoch!

Aber abendfüllend Herumzuklettern wäre wohl auf die Dauer doch langweilig geworden. Deshalb macht der Film auf einmal eine 180° Wende und lässt einen fiesen Hinterwäldler auftauchen, der Jagd auf die sportbegeisterten Franzosen macht. Das fand ich gar nicht schlecht, vielleicht hätte man die Handlung aber an dieser Stelle nicht komplett weg vom Steilhang hin in den Wald verlagern sollen… denn das hat man so leider schon öfters gesehen, während der Anfang wirklich beeindruckend war. Interessanter wäre es gewesen, wenn sich die Überlebenden Kletterduelle mit ihrem Verfolger geliefert hätten.
Aber das bleibt für mich der einzige Kritikpunkt – ich habe mich von diesem Film durchgehend gut unterhalten gefühlt, ohne Längen und mit einigen richtig fiesen Szenen. Nur ist die erste Hälfte eindeutig die ungewöhnlichere und deshalb trotz der Blutarmut vielleicht sogar die fesselndere.

Fazit: Wer „The Descent“ mochte, und sich statt der dunklen, engen Höhen lieber seiner Höhenangst stellen möchte, der sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen. Auch wenn er sich ruhig noch mehr auf seine Grundidee hätte verlassen können.

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