30. 08. 2009

FFF 2009 – Tag 4

Fantasy Filmfest 2009 Frankfurt

Ein guter Tag war das! Alle Filme konnten mich auf ihre Art überzeugen, waren aber auch angenehm verschieden.

Pontypool

Bei jedem Film auf dem Festival hoffe ich darauf, eine dieser feinen kleinen Perlen zu entdecken, die man sonst vielleicht nie gesehen hätte, die einen aber durch ihren Einfallsreichtum mächtig beeindrucken. „Pontypool“ ist einer dieser Filme! Es handelt sich eigentlich um ein Kammerspiel, da er nur in einer kleinen Radiostation spielt. Und das Thema klingt erst mal wenig innovativ: Mit einem Mal verwandeln sich die Bewohner einer kanadischen Stadt in Zombies (oder etwas ähnliches). Die drei anwesenden Betreiber des Senders bekommen per Telefon mit, dass etwas nicht stimmt, und berichten darüber – aber bis sie es mit eigenen Augen sehen vergeht viel Zeit.
Was Pontypool zu etwas besonderem macht, ist die Erklärung für das merkwürdige Verhalten der Menschen. Ich werde das hier jetzt nicht verraten und kann nur jedem empfehlen, sich vor dem Ansehen keine Inhaltsangaben durchzulesen. Auf jeden Fall passt aber alles perfekt zusammen, und es hat mich nicht gewundert, dass der Film gleichzeitig auch als Hörspiel umgesetzt wurde. Hier geht es nämlich eindeutig um die Story, nicht um Daueraction.

Fazit: Endlich mal frische Ideen im Zombie-Einerlei! Aber man muss „Pontypool“ Zeit geben, wer Gemetzel sehen möchte ist hier falsch.

A Film with me in it

Mark ist ein sympathischer Verlierertyp, der von einer Karriere als Schauspieler träumt, aber nicht wirklich an Geld kommt. Ausgerechnet ihn trifft eines Tages eine unglaubliche Pechsträhne, die darin resultiert, dass er auf einmal mehrere Leichen in seiner Wohnung liegen hat. Selbstverständlich waren es Unfälle – aber würde das die Polizei glauben? Nie im Leben, und deshalb versucht er mit seinem besten Kumpel irgendwie aus dem Schlamassel herauszukommen, was es natürlich nur noch schlimmer macht.
Nach den gemächlichen ersten paar Minuten glaubt man gar nicht, was dieser Film alles vor einem auftürmt. Und das Ende setzt dann sogar noch einen drauf.

Fazit: Wer rabenschwarze Komödien mag, dem kann man diesen irischen Film uneingeschränkt empfehlen!

Case 39

Bei der Vorab-Vorführung dieses Hollywood-Produktion mit Renée Zellweger war der deutsche Regisseur anwesend. Und ja, man kann ihm gratulieren – einen ordentlichen Film hat er da abgeliefert, durchgehend spannend. Es geht um ein kleines Mädchen, das einen Mordversuch ihrer Eltern überlebt und danach bei einer netten Sozialarbeiterin unterkommt. Aber irgendetwas stimmt mit der Kleinen nicht… bald häufen sich die Todesfälle in ihrem Umfeld.
Ein paar Schockeffekte mehr hätten es nach dem vielversprechenden Anfang ruhig sein dürfen, da hatte ich beispielsweise „Mirrors“ vom letzten Jahr gruseliger in Erinnerung. Aber dafür spielt das kleine Mädchen hervorragend und sorgt für eine wohlige Gänsehaut.

Fazit: Ordentliche Hollywood-Grusel-Kost, nicht besser aber auch nicht schlechter als erwartet. Wer aber echten Kinder-Terror sehen will, der sollte weiter lesen.

The Children

Hiermit präsentiere ich den bisher besten Horrorfilm des Festivals! Und mit Horror meine ich Horror, sowohl was die Schockeffekte und den Gruselfaktor angeht, als auch in Sachen Gore. Die Ausgangssituation lässt sich schnell zusammenfassen: Zwei Familien mit kleinen Kindern treffen sich zu Weihnachten zum gemeinsamen feiern. Doch dann werden die vier Racker krank… und Tollwut ist nichts dagegen!
Ja, in diesem Film töten Kinder ihre Eltern. Aber auch andersherum geht es nicht weniger zimperlich zur Sache, und bei einigen Szenen hat man dem Publikum angemerkt, dass das doch sehr ungewohnt war, was man da zu sehen bekam. Verstärkt wird der Horror vor allem dadurch, dass die Kinder immer niedliche Kinder bleiben – sie mutieren nicht und sind nicht von mit tiefer Stimme sprechenden Dämonen besessen. Nur ein bisschen auf kränklich machende Schminke und ein fieser Blick sorgen dafür, dass man richtig Panik bekommt. Und dabei kann man an diesem Film noch etwas loben: Er spielt in einer strahlend hellen Schneelandschaft. Schön dass es noch Horrorfilme gibt, die sich trauen auf trübe Nachtaufnahmen zu verzichten. Man sieht ja, dass es trotzdem funktionieren kann!

Fazit: Gruselig, blutig und gnadenlos böse – so sieht ein gelungener Horrorfilm aus.

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