01. 09. 2009

FFF 2009 – Tag 6

Fantasy Filmfest 2009 Frankfurt

Was für ein bescheidener Tag… Ich musste abends leider wegen Kreislaufproblemen zwei Filme auslassen, auf die ich mich sehr gefreut hatte: „Moon“ und „Infestation“. Dabei hätte ich auf „Killing Room“ getrost verzichten können… nur weiß man das ja vorher nie. So saß ich zwei Filme lang in einem auf gefühlte Minusgrade heruntergekühlten Kinosaal, während mich draußen die pralle Sonne erwartete. Dieser Wechsel war ein bisschen zu viel… Jetzt sitze ich zu hause, schlürfe ein Süppchen und werde wohl Morgen vorsichtshalber nur drei statt vier Filme einplanen, damit mir mein Kreislauf nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht.
Aber genug herumgejammert! Es gibt ja immerhin zwei Filme, über die ich heute schreiben kann.

The Killing Room

Eine junge Wissenschaftlerin wird zu einem streng geheimen psychologischen Experiment hinzugezogen, ohne genau zu wissen um was es geht. Vier freiwillige Testpersonen sitzen in einem Raum und füllen erst einmal nur harmlose Fragebögen aus. Aber dann stellt sich heraus, dass es bei diesem Experiment Tote geben wird…

Ähnliche Filme hat man schon öfter gesehen, und es ist immer ein gewisses Risiko damit verbunden. Einerseits sind psychologische Experimente ein sehr spannendes Thema – aber anderseits kann schnell Langeweile aufkommen, wenn eine Hand voll Leute einfach nur in einem engen Raum zusammenhocken und reden. Da müssen es schon interessante Charaktere sein, mit denen man mitfiebert. Hier liegt eine große Schwäche von „The Killing Room“, denn man lernt die Teilnehmer des Experiments nicht gut genug kennen und es ist einem deshalb herzlich egal, welcher das zeitliche segnet. Auch die Wissenschaftlerin bleibt völlig farblos, und man fragt sich, wieso ihr so viele überflüssige Kameraeinstellungen gegönnt werden. Ja, sie hat Selbstzweifel – haben wir schon nach 5 Minuten kapiert, wer hätte die nicht?

Aber ich will gar nicht zu negativ klingen, man fragt sich natürlich auch bei diesem Film, wo das alles hinführt, und die Schauspieler machen ihre Sache gut. Die Auflösung ist dann tatsächlich eine nette Überraschung, allerdings auch nicht so sehr, dass sie den Rest des Films komplett umkrempelt.

Fazit: Viel Gelaber um nichts… höchstens etwas für erklärte Liebhaber von Psycho-Kammerspielen.

Hansel and Gretel

Ein junger Mann (hat mich irgendwie an David Duchovny erinnert) kommt bei der Fahrt durch einen dunklen Wald von der Straße ab und landet nach dem Unfall bei einer Familie, die ihn hilfsbereit für die Nacht bei sich aufnimmt. Das Haus wirkt seltsam bunt, wie aus einem Märchen… und das ist nicht das einzige mysteriöse. Die drei Kinder und ihre Eltern benehmen sich bei aller Freundlichkeit merkwürdig, und als er sich alleine versucht auf den Weg zu machen muss er feststellen, dass irgendetwas (oder irgendjemand) ihn offenbar nicht mehr aus dem Wald heraus lassen möchte.

Dieser koreanische Film nimmt sich Elemente aus „Hänsel und Gretel“ vor und zimmert daraus eine phantasievolle, bunte Geschichte zusammen, die man am ehesten als „Märchen für Erwachsene“ beschreiben kann, das in der jetzigen Zeit spielt. Es gibt zwar einige Gruselelemente, aber größtenteils kann man sich einfach an der schönen Ausstattung erfreuen und gespannt warten, was als nächstes passiert.

Fazit: Schön anzusehendes Erwachsenen-Märchen, dass das bekannte Thema auf ungewöhnliche Weise interpretiert.

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