26. 11. 2009

Rock Band

Rock Band

Momentan kann man Rock Band 2 samt sämtlichen Instrumenten für knapp über 70 Euro bekommen, deshalb habe ich zugeschlagen und unser Wohnzimmer steht jetzt voller Plastikinstrumente (Sven hat sich dazu DJ Hero geholt…). Da ist eine kleine Review angebracht.

Ich mag Musikspiele sehr, allerdings bin ich leider mit einem miserablen Rhythmusgefühl und mangelhaften Multitasking-Fähigkeiten gesegnet, die es mir unmöglich machen, in höheren Schwierigkeitsgraden etwas zu reißen. Aber hey, es kommt auf den Spaß an! Und den hat man mit „Rock Band“ definitiv, denn schließlich vereint es gleich drei Spiele in einem. Neben Gitarre/Bass und Schlagzeug kann man auch singen, was vor allem dann nicht zu verachten ist, wenn sich schmerzhafte Schwielen an den Händen bilden.

Die Instrumente haben mich durch ihre gute Verarbeitung überrascht, da hatte ich auf Grund einiger Reviews schlimmeres erwartet. Außerdem liegt ein praktischer USB-Adapter (aus 1 mach 4) bei. Nur die Gitarre ist zwar kabellos, aber das macht nichts, da man das Schlagzeug sowieso nicht bewegt und dem Micro ein sehr langes Kabel gegönnt wurde.

foto_2010-11_rockbandps3Wie die Gitarre funktioniert, dürften die meisten inzwischen wissen. Im Vergleich zu „Guitar Hero“ klackt sie weniger, was ich persönlich als sehr angenehm empfinde, es erfordert aber auch eine gewisse Umgewöhnungszeit bis man die Knöpfe im Griff hat. Das Schlagzeug ist für mich das Beste am ganzen Spiel, denn es macht unglaublich Spaß, darauf herum zu trommeln. Einfach ist es aber nicht, auch wenn man hier „nur“ im richtigen Moment die richtige Farbe treffen muss, während man bei der Gitarre zusätzlich anschlagen muss. Zu guter Letzt wäre da dann noch das Mikrofon. Ich treffe normalerweise keinen Ton, aber Rock Band ist sehr gnädig und so schaffe ich das eine oder andere Lied mit ganz guten Wertungen. Man sieht direkt, ob man die richtige Tonhöhe trifft, und in Passagen ohne Text, darf man im Takt auf das Mikro klopfen, um ein paar extra Punkte zu sammeln. Ein nicht zu umgehender Nachteil ist natürlich, dass man viele Rock-Songs einfach nicht besonders gut singen kann. Alles lässt sich mit der Gitarre und dem Schlagzeug spielen, aber wer das poppige Singstar gewöhnt ist, wird hier nicht glücklich werden und immer wieder die selben Lieder singen. Ich persönlich finde das aber nicht so tragisch, da es genug Download-Songs zum Ausgleich gibt und es auch mal Spaß macht, unmelodisch herum zu gröhlen.

Schön umgesetzt ist der Karriere-Modus (vor einigen Tagen auf „normal“ durchgespielt), bei dem man nicht nur ein Lied nach dem anderen abarbeitet, sondern seine Band ausbaut und beispielsweise um einen Tourbus oder ein Musikvideo spielt. Die Möglichkeiten, seine Band zu gestalten sind enorm (Klamotten, Instrumente, selbst gebastelte Logos) und man kann sich wenn man alleine spielt immer aussuchen, auf welches Instrument man gerade Lust hat. Auch der Schwierigkeitsgrad lässt sich für jeden Gig während der Karriere einzeln einstellen, so dass man vor dem ultimativen Videospiele-Frust bewahrt wird, dass man irgendwann gar nicht weiter kommt. Die Tracklist gefällt mir ebenfalls gut, sie ist mit über 80 Songs (+ über 20 kostenlose zum Download) sehr umfang- und abwechslungsreich ausgefallen. Man muss sich nicht mit billigen Cover-Versionen zufrieden geben und die Tonqualität ist hervorragend. Wem nach echtem Karaoke ist, der kann sogar die Sänger ausblenden. Um den Überblick zu behalten gibt es mehrere Sortiermöglichkeiten, denn wer will, kann sich noch Unmengen an (kostenpflichtigen) Download-Songs dazu holen. Die Auswahl im Store ist beeindruckend und man kann in alle Lieder reinhören. Die heruntergeladenen Stücke lassen sich dann sogar im Karrieremodus spielen, weil einige Gigs aus Zufallssongs bestehen oder man sie sich selber zusammenstellen darf.

Ein paar kleine Beschwerden habe ich trotzdem vorzubringen. Zum einen ist „Rock Band“ wie die meisten anderen Musikspiele zensiert. Geflucht wird hier einfach nicht, was zu den rebellischen Rockern und Punks nicht wirklich passen will. Vor allem beim singen bringen einen fehlende Wörter schon mal aus dem Takt. Ein weiteres Manko ist, dass man zwar online eine Band zusammen gründen kann, aber anscheinend nicht an einer Konsole mit mehreren Accounts. Da sollte sich so manches Spiel ein Vorbild bei „Little Big Planet“ nehmen, wo man unkompliziert jeder Zeit bei dem anderen joinen kann und sogar die freigeschalteten Objekte gutgeschrieben bekommt.

Fazit: Alles in allem macht Roch Band verdammt viel Spaß und bietet eine gelungene Atmosphäre, eine faire Lernkurve und einen enormen Umfang für (inzwischen) wenig Geld. Man braucht nur Platz für die Instrumente…

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