22. 10. 2010

Zeit ist relativ

Zeit

ZiB, was ist los mit dir? Da rackerst du dich ab, damit dir deine private Homepage endlich gefällt – und dann, wenn sie fertig ist, schreibst du nichts mehr.

Ich muss zugeben, dass es mir in letzter Zeit schwer fällt, alles zu schaffen, was ich mir vorgenommen habe… und deshalb schreibe ich jetzt einfach genau über dieses Problem einen Blogeintrag. Geschickt, nicht wahr? Vielleicht kennt der eine oder andere ja etwas ähnliches.
Es gibt zwei große Brocken, die momentan bei mir Vorrang gegenüber allem anderen haben. Da wären zum einen die Webdesign-Aufträge, was nachvollziehbar sein sollte, weil es mein Job ist. Zum anderen knie ich mich sehr rein, um die im Sommer etwas abgeflauten Besucherzahlen beim SP-Studio zu erhöhen. Gestern hatte ich endlich wieder 40.000 Besucher, das ist seit Januar ein Rekord! Und mein Ziel ist es, mindestens wieder auf 50.000 täglich kommen. Das sind meine Prioritäten, weil ich damit den größten Erfolg habe und Geld verdienen kann. Das können wir gerade gut gebrauchen.

Aber obwohl ich mir meine Zeit komplett selber einteilen kann, gibt es so viel, zu dem ich nicht komme… ich habe so viele Ideen für zwerg-im-bikini.de, planearium.de und das South Park Forum. Bei Deviant Art müsste ich endlich wieder vorbei schauen und seit Monaten plane ich etwas mit spa, wozu ich auch nicht komme. Dann sind da noch die ganzen alltäglichen Kleinigkeiten: Haushalt, Bankgeschäfte, ungesehene DVDs gucken, malen, Dragon Age durchspielen, E-Mails beantworten, diverse Gefälligkeiten erledigen… Ein paar Freunde sollte ich auch dringend mal wieder anrufen und meine Familie habe ich seit einem halben Jahr nicht besucht. Der Tag hat zu wenig Stunden und ich ärgere mich jedes mal, wenn ich zu lange schlafe!

Einerseits bin ich froh, dass mir nicht langweilig ist und ich mir immer neue Ziele setze. Ich kann mich immer mit irgendetwas ablenken und bei Laune halten, das ist eine praktische Gabe. Aber trotzdem gibt es so viel, was ich machen möchte, ohne die Zeit dafür zu finden. Wie schaffen das diejenigen, die von morgens bis abends im Büro sitzen? Ich würde wahrscheinlich ausrasten, weil ich das Gefühl hätte, überhaupt nichts von meinem Leben zu haben. Schließlich bin ich gerade in der wirklich beneidenswerten Position, so gut wie keine festen Termine zu haben. Nutze ich meine Zeit also nicht effektiv genug – oder nehme ich mir zu viel vor und sollte ein paar meiner Pläne schlicht und ergreifend aufgeben?

Ich habe mit dem Gedanken gespielt, meine aktuelle „To Do List“ (ja, sie hat natürlich mehrere Seiten und ist in Kategorien unterteilt) hier unter „Listen“ online zu stellen, aber ich schäme mich ein bisschen dafür. Schlimm genug, wenn ich mich selber daran erinnere, was ich noch alles machen muss/will/sollte/könnte. Da müssen das nicht auch noch andere sehen ;). Oder würde es mir vielleicht helfen? Naja, jetzt schreibe ich ja diesen Text, hake damit den Punkt „mal wieder was im ZiB Blog schreiben“ ab und freue mich darüber. Vielleicht sollte ich es wie spa versuchen, der hat ein Notizbuch, in dem er für erledigte Aufgaben XP sammelt.

3 Gedanken zu „Zeit ist relativ

  1. JohannaG

    Hm, ich kenn das.
    Als ich in München gearbeitet hab war das besonders schlimm, da ich für Privates praktisch kaum mehr Zeit hatte. Und die sozialen Kontakte waren auch mauer als sonst. Versuch da mal vernünftig deinen Alltag zu organisieren, wenn du grad mal 2 Stunden/Tag Zeit hast.

  2. ZiB

    Ja, das muss schlimm sein :(. Echte Zeitprobleme hatte ich bisher zum Glück nur während meinem Praktikum in der Werbeagentur.
    Momentan sollte ich eigentlich genug Zeit haben, also halb so schlimm. Es nervt nur wenn man sich eingestehen muss, dass man sie anscheinend nicht gut genug nutzt und sich zu lange an unwichtigen Kleinigkeiten aufhält. Aber so ist es immer noch VIEL besser, als wenn einem der Job keine Freizeit mehr lässt und man nur noch dafür lebt.

  3. JohannaG

    Okay, aber wenn ich ehrlich bin bin ich ja eine Art Leidensgenossin: ich lass mich auch häufig ablenken.
    Von anderen wichtigen Sachen, aber auch von unwichtigen Dingen wie Skizzen zeichnen, Emails checken (und Foren, DeviantArt…*hust*), Geschirr abwaschen, mir ein Brot schmieren und einen Tee kochen…so bleibt einiges liegen.
    Da ich mir aber ebenso bewusst bin, dass ich seit einer Weile eh relativ viel Zeit hab (auf jeden Fall im Gegensatz zur Münchner Zeit) versuch ich dieses Problem zu bekämpfen.
    Es gibt sogar einen Begriff für Leute wie uns. Bitte hör dir das mal an, dauert nicht lang (ist immerhin ein Podcast aus „100 Sekunden Wissen“):
    http://pod.drs.ch/mp3/100-sekunden-wissen/100-sekunden-wissen_201002270800_10124933.mp3

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