02. 09. 2016

FFF 2016 – Tag 1 & 2

Fantasy Filmfest 2016 in Frankfurt am Main

Das diesjährige Fantasy Filmfest ist das erste, das ich nicht bequem von Frankfurt aus besuche. Die letzten Jahre brauchte ich nur in die U-Bahn zu steigen und befand mich in 10 Minuten beim Kino, was natürlich purer Luxus war. Jetzt brauche ich von Bad Vilbel aus knapp über eine halbe Stunde, was zeitlich auch noch okay ist, aber preislich schmerzt. Eine Tageskarte kostet nämlich fast so viel wie ein Kinoticket. Ich versuche meine Dauerkarte also möglichst gut auszunutzen, damit es sich lohnt.

FFF GoodiesDonnerstag ging es endlich los. Ich fand mich wie jedes Jahr an einem Klapptisch ein, um meine Dauerkarte in Empfang zu nehmen. Dazu gab es wieder einen Beutel mit T-Shirt und – was für eine nette Überraschung! – einem Mediabook mit Zufallsfilm. Ich freute mich zuerst sehr über den mir unbekannten „Vampire Nation“, allerdings stellte sich später heraus, dass bloß „Stake Land“ umbenannt worden war, den ich nicht sonderlich mochte. Aber trotzdem eine super Sache mit den DVDs / Blu-rays! Hoffentlich schaffe ich es diesmal, das weiße Shirt nicht innerhalb kürzester Zeit mit einem Fleck des Todes zu versehen, der sich auch mit brutalsten Mitteln nicht mehr entfernen lässt… Das ist mir nämlich mit dem letzten passiert. Es hat seine praktischen Gründe, warum ich selten weiße Sachen trage. Ich bin dafür einfach zu tollpatschig.

Noch vor dem Eröffnungsfilms gab es die erste Verwirrung: Die Frankfurter hatten sich noch nicht einmal mit dem Wechsel von Kino 8 zu 1 abgefunden, da hieß es, dass wir nicht in Kino 1, sondern Kino 3 gehen. Eine beschädigte Leinwand war Schuld. Doch nicht etwa ein Sabotageakt, weil Kino 3 etwas größer als Kino 1 ist? Da die Tür offen war, machten es sich viele Besucher schon gemütlich, aber niemand hatte daran gedacht, die Karten zu kontrollieren. Netterweise wurden wir nicht rausgescheucht, sondern dürften sitzen bleiben, während draußen noch mal dicht gemacht wurde und sich eine Schlange bildete. Am Schluss war der Saal ausverkauft und das Programm startete mit einer feinen Diashow mit Eindrücken aus den letzten 30 Jahren. Stimmt, es gibt ja ein Jubiläum zu feiern! Nach den Fotos von diversen Stargästen meldeten sich auch einige Regisseure und Schauspieler per Videobotschaft zu Wort, die schon mal auf dem Festival zu Gast waren. Solche Videos wirken auf mich häufig etwas awkward, weil es angefragte Glückwünsche sind. Aber die meisten waren wirklich sympathisch, das haben sie gut gemacht. Zuletzt meldeten sich noch die Macher von „Swiss Army Man“ zu Wort. Solche kleinen Einspieler würde ich sehr gerne vor mehr Filmen sehen, unabhängig vom Jubiläum. Mir hat’s jedenfalls gefallen und es trägt zur Festival-Atmosphäre bei.

Aber nun zu den Filmen des ersten Tages mit Links zu meinen spoilerfreien Letterboxd Reviews:

Swiss Army ManSwiss Army Man mit Daniel Radcliffe als Leiche entpuppte sich als sympathisches Highlight, und das direkt zum Start des Festivals. Eine Ode an die Freundschaft, Fürze und darauf, sein Leben zu leben! Neben „The Congress“ und „Eden Lake“ gehört er zu den besten Eröffnungsfilmen, die ich gesehen habe. Eine Empfehlung für jeden! Und widererwarten kein Film, der von Fäkalhumor lebt.
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Bed of the DeadBed of the Dead lieferte genau das ab, was ich erwartet hatte: Ein kurzweiliges B-Movie mit einem verfluchten Bett und diversen Leichen. Muss man nicht gesehen haben, aber so schlecht, wie er im Vorfeld bewertet wurde, fand ich ihn nicht. Er hatte einige richtig gute Ideen zu bieten und hat mich trotz diverser Schwächen bei Laune gehalten.
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Gegen 1 Uhr war ich zu Hause, schlief, frühstückte, schrieb und dann ging es um 14 Uhr schon wieder los Richtung Frankfurt. Ich habe lange überlegt, ob ich abends noch den neuen Kevin Smith Film „Yoga Hosers“ mitnehmen sollte, aber entschied mich nach Sichtung des Trailers dagegen. Trash schön und gut, aber das sah eher anstrengend aus… Außerdem kenne ich zu wenig von Kevin Smith, um das ganze mit Fanbonus durchstehen zu können. So wurden es also am Donnerstag diese drei Filme:

The Ones BelowThe Ones Below über zwei benachbarte Elternpaare war bis zuletzt ein Wackelkandidat für mich, weil ich im Vorfeld sehr gegensätzliche Meinungen dazu gelsen hatte. Mich konnte er leider nicht überzeugen. Technisch und von den Darstellern her top, aber leider zu vorhersehbar und belanglos für einen Psychothriller. Vielleicht was für werdende Eltern?
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Deep in the WoodDeep in the Wood zeigt uns mal wieder, dass nicht nur Eltern, sondern auch Kinder ganz schön böse sein können. Ein düsterer Film ohne große Sympathieträger, der aber trotzdem gut funktioniert hat und Spannung aufbaut. Nur das Ende (nach der Auflösung der Handlung) konnte mich leider gar nicht überzeugen und hat mich fast ein bisschen geärgert.
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AbattoirAbattoir geht die klassische Spukhausgeschichte erfrischend anders an. Feine Optik mit einem gewissen altertrümlichem Charme, einem Schuss Satanistensekte und gelungen bösem Finale. Zwischendurch verlor mich der Film leider manchmal, aber das kann auch daran gelegen haben, dass ich den einen Hauptdarsteller nur schwer verstanden habe. Die ungewöhnliche Grundidee reißt es raus.
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Das war’s für heute. Es ist jetzt gerade 23:43 h und ich werde mich gleich ins Bettchen begeben, damit ich morgen fit für meinen 4-Filme-Tag bin.

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