13. 09. 2016

FFF 2016 – Fazit

Fantasy Filmfest 2016 in Frankfurt am Main

Das waren also 30 Jahre Fantasy Filmfest… ein stolzes Alter, happy Birthday! Ich bin erst etwa die Hälfte davon dabei, aber in dieser Zeit hatte ich eine Menge Spaß, habe viele wunderbare Filme auf dem Festival entdeckt und der Kinosaal hat sich zu meinem traditionellen Sommerurlaubsort entwickelt. Deshalb freue ich mich, dass es das FFF immer noch gibt, und ich hoffe, dass sie noch mindestens weitere 30 Jahre durchhalten.

Etwas wehmütig bin ich dieses Jahr allerdings, weil Sven und ich durch unseren Hundezuwachs nicht mehr beide mit Dauerkarte dabei sein können. Nächstes Jahr werde dann auch ich zum ersten Mal seit langem keine Dauerkarte haben. Aber ich habe dieses Jahr dafür möglichst gut ausgekostet.

Gesehen habe ich 29 Filme und die Kurzfilme. Einige Nachtslots musste ich auslassen, wobei mich aber nur Creepy richtig ärgert. Den will ich versuchen nachzuholen. Insgesamt waren für mich sehr viele durchschnittliche Titel dabei und im Vergleich zu anderen Jahren weniger echte Highlights. Dadurch ist der Gesamteindruck nicht ganz so positiv ausgefallen wie sonst. Abr es hat immer noch großen Spaß gemacht! Auffallend finde ich die Verteilung der Filme, denn für mich waren die ersten Tage und die letzten Tage (inklusive Eröffnungs- und Abschlussfilm) die deutlich stärksten, und unter der Woche gab es eine ziemliche Flaute.

Das Drumherum

Positiv:

  • In Frankfurt wieder viele Ansagen vor den Filmen, die zur Festivalatmosphäre beitrugen, ohne zu viel zu verraten.
  • Wenn man den Eröffnungsfilm gesehen hat, hat man finde ich genug von der Jubiläumsatmosphäre mitbekommen. Das Vorprogramm mit den Fotos und Glückwünschen fand ich sympathisch. Und könnte man nicht öfter solche kleinen Videoclips der Regisseure vor die Filme packen wie bei Swiss Army Men? Da gibt es doch bestimmt noch mehr, die das gerne machen würden.
  • Stimmiges Postermotiv, das für mich in eine passendere Richtung als die Comicmotive geht.
  • Die Blu-rays für Dauerkartenbesitzer. Vielen Dank!

Negativ:

  • Das Programm enthielt wenige Filme aus dem „phantastischen“ Bereich (siehe unten bei meiner Monsterquote). Nächstes Jahr wird das hoffentlich wieder mehr.
  • Den neuen Saal fand ich okay, aber mit nur einer Treppe sitzt man ziemlich eingequetscht. Außerdem versagte die Klimaanlage manchmal bei vollem Saal. Durch den neuen Ort gab es außerdem nur noch eine kleine Wand für Kommentare, deren obere Hälfte trotz extra aufgestelltem Treppchen nur schwer zu erreichen war.
  • Das T-Shirt gefiel mir dieses Jahr gar nicht. Es sieht zu sehr nach einem Fanshirt mit dem Portrait eines unbekannten Musiker aus. Der „Augeneffekt“ kommt nicht rüber.
  • Wer den Eröffnungsfilm nicht gesehen hat, hat das Jubiläums-Special leider verpasst. Eine Fotowand oder etwas in der Art wäre als Ergänzung ideal gewesen.

Meine Film Rangliste (mit Links zu den Letterboxd Reviews)

Durchschnitt:

18) They Call Me Jeeg Robot
19) Here Alone
20) Another Evil
21) Havenhurst
22) Beyond the Gates

Naja:

23) The Ones Below
24) The Lesson
25) I Had A Bloody Good Time At House Harker

Schlecht:

26) Level Up
27) Cell
28) Happy Birthday
29) We are the Flesh

 

Lieblings-Kurzfilme:

1) Interesting Ball
2) Seth
3) Kookie

Sonderpreise

The greasy StranglerLieblingsposter, das ich mir auch aufhängen würde: The Greasy Strangler (und Beyond the Gates wegen des Trashfaktors)
Beste jüngste Darstellerin: Sennia Nanua (The Girl with All the Gifts)
Hartnäckigster Ohrwurm: Jurassic Park Theme (wer den Film gesehen hat, weiß es)
Größte Enttäuschungen gemessen an den Erwartungen: Beyond the Gates & The Lesson
Positivste Überraschung gemessen an den Erwartungen: Swiss Army Man & Desierto
Goldene Scheidungspapiere für die unromantischsten Paare: Bed of the Dead
Goldene Eheringe für die sympathischste Familie: The Devil’s Candy
Mehr-Akzeptanz-Orden für unästhetische Menschen: The greasy Strangler
Nervtrailer des Jahres: Final Fantasy XV (schöne Musik und so, aber SO lang)
Retropreis: The Similars
Beyond the GatesHätte gerne den Retropreis gehabt, hat aber zu viel Potential verschenkt: Beyond the Gates
Hätte gerne den Retropreis gehabt, hab ihn aber nicht gerafft: Abattoir
Babyname 2016: Jebediah
Beste Title Card: Happy Birthday
Schöner Wohnen Medaille: The Ones Below
Hatten-schon-bessere-Zeiten Trostpreis: Twist Endings
WTF Award: The greasy Strangler, The Similars, Swiss Army Man
Charakter, von dem ich gerne mehr gesehen hätte: Zombie-Reh (Train to Busan)
Plötzlichster Stilwechsel mitten im Film: The Lesson
Lustigster Kinozufall: Parallel zum Exorzismusfilm „The Priests“ fand eine Messe im Kino statt
Zwillingspokal für ständiges Verwechseln der Filmtitel: Into the Forest & Deep in the Wood
Der am unglücklichsten platzierte Slot (gesponsert von bewitched240): Creepy
Frage, die man sich in vielen Filmen stellen konnte: „Ihr seid nahe Verwandte? Das hätte ich gar nicht gedacht.“

Bonus Top 3 der schönsten Basteleien:

  1. Bus aus Müll (Swiss Army Man)
  2. Sexhöhle aus Pappe (We are the Flesh)
  3. Meerjungfrauenakt aus Holz (House Harker)

Bonus Top 3 der nicht so leckeren Getränke:

  1. Menstruationsblut (das will ich euch nicht spoilern, damit ihr ab jetzt vor jedem Film Angst habt)
  2. Wein aus rostigen Dosen (Another Evil)
  3. Giftgrünes Dämonenjägergift (Don’t Kill it)

Meine Monsterquote

Gewöhnliche psychopathische Killer: 12
Geister: 3
Von Dämonen besessene Menschen: 3
Infizierte (benehmen sich wie Zombies): 3
Verfluchte Objekte (inklusive gruseliger Erscheinungen): 2
Mutanten / Menschen mit Superkräften: 2
Echte Zombies: 1
Untote, aber kein Zombie: 1
Vampire: 1
Aliens: 1 (aber nicht direkt zu sehen)

Hier zeichnet sich ein interessanter Trend ab. Das übernatürliche wird anscheinend weniger. Keine klassischen Monster, Werwölfe, sonstige Tiermutanten oder sich direkt zeigende Außerirdischen mehr. Und selbst die Dämonen und Mutanten präsentieren sich nur in Menschengestalt. Die Zombies werden so gut es geht durch Krankheiten erklärt. Ich sehe also dieses Jahr einen starken Trend weg vom Phantastischen und hin zum Realistischen, was gerade bei einem „Fantasy“ Filmfest erstaunlich ist. Dabei habe ich mich bei meiner Filmauswahl eigentlich bemüht, alle „unrealistischen“ Filme mitzunehmen, so weit es von der Uhrzeit her gepasst hat. Mal sehen, ob das nächstes Jahr wieder so ist.

Das war’s. Ich hoffe ihr hattet ein bisschen Spaß, falls ihr meine Texte tatsächlich bis hier her verfolgt habt. Bis zum nächsten Jahr!

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