12. 10. 2018

FFF 2018 – Teil 3 (Fazit)

Fantasy Filmfest 2017 Ffm

Das Fantasy Filmfest 2018 ist nun schon seit einer Weile vorbei, aber ich bin erst jetzt dazu gekommen, den letzten Blogeintrag dazu fertig zu schreiben. Hier kommt er jetzt aber endlich! Schließlich soll mein abschließendes Fazit für dieses Jahr nicht fehlen.

Die Filme

13 gesehene Filme sind nicht sonderlich repräsentativ, aber ich habe das Gefühl, dass ich eine für meinen Geschmack passende Auswahl getroffen habe. Heavy Trip, Cutterhead und Puppet Master möchte irgendwann noch nachholen. Selbst der für mich schwächste Film, Prospect, war keine wirkliche Gurke. Das große Highlight war dafür zwar auch nicht dabei, aber ich habe mich gefreut, drei gelungene Gruselfilme gesehen zu haben. Auch die Experimentierfreude, die andere Filme gezeigt haben, hat mir sehr gefallen – auch wenn sie manchmal, wie z.B. bei Mandy, bei mir nicht ins Schwarze getroffen hat. Aber lieber so, als immer nur Altbekanntes zu zeigen. So war es eine spannende Mischung. Ich habe es nicht geschafft, eine eindeutige Rangliste zu erstellen, aber irgendwie konnte ich die Filme dann doch ordnen:

Meine Top3:

  1. American Animals
  2. Anna and the Apocalypse (Musicals = Guilty Pleasure)
  3. One Cut of the Dead

Guter Grusel der alten Schule:

  • Terrified
  • Marrowbone
  • Satan’s Slaves

Speziell, aber liebenswert:

  • Border
  • Under the Silver Lake
  • Keep an Eye Out

Nett, mit Macken:

  • Await further Instructions

Speziell, aber beim zweiten Ansehen wahrscheinlich sehr anstrengend (…und trotzdem werde ich die DVDs kaufen, um anderen diese Merkwürdigkeiten zu zeigen):

  • Mandy
  • An Evening with Beverly Luff Linn

Schlaftablette:

  • Prospect

Sonderpreise

  • Beste Kameraführung: One Cut of the Dead
  • Gemeinster Gespenstertrick: Das Bild in Satan’s Slaves
  • Mitreißendste Tanzszene: An Evening with Beverly Luff Linn (vergesst Climax)
  • Tiere des Festivals: Musteloidea / Marderartige (zu ihnen gehören Stinktiere und Waschbären)
  • Doppeldeutigste Lyrics: Das Weihnachtsmannlied aus Anna and the Apocalypse
  • Würdigste Black Mirror Folge: Await further Instructions
  • Schnellstes Ready Player One Remake: Under the Silver Lake
  • Emotionalster Anti-Bullying-Beitrag: Border
  • Mysteriösester Charakter: Der Mann mit dem Schal in American Animals
  • Lustigster Umgang mit Meeresfrüchten: Keep an Eye Out
  • Unerwartet kunstvollstes Schmiedehandwerk: Mandy
  • Größter Kulturschock: Hat der Junge jetzt ernsthaft auf den Boden der Waschküche gepisst?! (Satan’s Slaves)

Das Drumherum

Mein erstes “großes FFF” in der Harmonie, da müssen natürlich auch ein paar abschließende Worte dazu verloren werden.

  • Das Personal war supernett und hat sich sichtlich Mühe gegeben, dasss sich das FFF-Publikum heimisch fühlt – inklusive spezieller Essensangebote. Danke an das Team!
  • Das Kino an sich hat sich durch die renovierten Teile sehr verbessert. Mehr Platz beim Warten, man kann sich gemütlich hinsetzen, saubere Toiletten und die Klimaanlage vom kleinen Saal hat im ausverkauften Mandy gute Dienste geleistet. Weiterer Pluspunkt gegenüber dem Metropolis: Internet läuft im Kinosaal (natürlich nur vor und nach dem Film genutzt, nicht währenddessen).
  • Das Sichtproblem hat sich im großen Saal leider nicht gebessert – was logisch ist, denn der wurde ja noch nicht renoviert. Weiterhin der große Minuspunkt für mich. Unten verträgt mein Nacken das nach oben Starren nicht (keine Steigung, hohe Leinwand), oben verdecken das Geländer oder die Personen vor einem das Bild. Gerade bei Filmen mit Untertiteln ging das gar nicht, so dass ich mich trotz Platzkarte umgesetzt habe. Ausverkaufte Vorstellungen werde ich in Zukunft deshalb meiden (wenn ich mich nächstes Jahr noch an diese Vorsatz erinnere). Zumindest, solange es feste Platzkarten gibt, so dass man völlig unflexibel ist, wenn die falsche Person vor einem sitzt. Der große Saal hat aber noch weitere Probleme: fehlende Klimaanlage, schlecht beleuchtete Stufen. Da bin ich sehr gespannt, was sich durch die Renovierung verbessern lässt.
  • Die Gegend sehe ich zwiegespalten. Einerseits hat man eine große Auswahl um das Kino herum, was jede Art der Verpflegung betrifft. Andererseits wäre ich wegen der kurzen Pausen zwischen den Filmen eh nicht dazu gekommen, draußen etwas zu Essen zu besorgen. Und mal ehrlich… Sachsenhaus ist die widerlichste Gegend Frankfurts. Direkt vor dem Kino ist es okay, aber ich vertrete mir gerne zwischen den Filmen die Beine. Wenn man sogar nachmittags schon von einem Bierflaschenscherbenhaufen zum nächsten springen muss, ist das nicht gerade einladend. Am Metropolis war es auch nicht perfekt, aber so verdreckt war es dort bei weitem nicht. Außerdem gab es den Park direkt neben dem Kino, so dass man ein bisschen Grün vor der Nase hatte. Für mich also eine deutlich unsympathischere Gegend als früher. Bei den wenigen Filmen, die ich gesehen habe, fällt das nicht ins Gewicht, aber mit Dauerkarte würde ich mich unwohl fühlen.

Weil noch die Reviews vom letzten Tag gefehlt haben, reiche ich sie hiermit nach:

Sonntag, 30.9.2018

This Is Your DeathMit An Evening with Beverly Luff Linn meldet sich der „Greasy Strangler“ Regisseur in gewohnt absurder Form und mit der ihm eigenen fragwürdigen Ästhetik zurück. Allerdings verzichtet er diesmal auf krasse Ekligkeiten und gibt seinen Charakteren dafür mehr Raum. Das mag auf den ersten Blick etwas langweilig wirken, denn die Handlung gibt immer noch nicht viel her. Aber ich muss zugeben, dass ich die merkwürdigen Charaktere ins Herz geschlossen habe und Spaß hatte. Kein großer Film, aber für Freunde des skurrilen Humors einen Blick wert.
Link Ausführliche Review

Marlina the Murderer in Four ActsWenn einem die Geschwistergesichter in Marrowbone bekannt vorkommen, liegt das daran, dass sich der Film angesagte Jungstars aus Stranger Things, Captain Fantastic und The Witch geschnappt hat. Und auf die konzentriert er sich auch, so dass trotz Geistergeschichte weniger die Jump Scares, sondern die Charaktere im Mittelpunkt stehen. Ein spannendes Familiendrama mit Überraschungen.
Link Ausführliche Review

This Is Your DeathAnna and the Apocalypse hat einen Nerv bei mir getroffen, denn Horror und Musicals sind von Natur aus eine sehr unterhaltsame Mischung. Schade, dass er nicht ganz sein Potential ausschöpft, aber für meine Top3 hat es ja trotzdem gereicht. Und vor dem Film wurde stilecht Weihnachtsgebäck verteilt.
Link Ausführliche Review

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