15. 04. 2020

Party! Spiele!

Party

Zwölf Tipps für Spiele, die man ohne hohe Einstiegshürde gut in größeren Gruppen spielen kann.

Social Distancing lautet das Gebot der Stunde. Aber das bedeutet nicht, dass man sich nicht mit Freunden online per Webcam, Tabletop Simulator oder vergleichbaren Programmen zu Spielerunden verabreden kann. Weil ich das in den letzten Tagen ausgiebig getan habe, kam mir der Gedanke, euch einige meiner Favoriten zu empfehlen, die man gemeinhin als „Partyspiele“ bezeichnen würde – auch wenn der Begriff auf manche eher abschreckend wirken mag, wenn man nur an feuchtfröhliche Pantomine-Debakel denkt. Dabei können Partyspiele so viel mehr sein, und in dieser Liste findet ihr garantiert etwas für jeden Geschmack. Dabei gilt, dass das Spiel für größere Gruppen geeignet, interaktiv und schnell erklärt sein sollte. Schreibt gerne eure Favoriten in die Kommentare.

Tabu

TabuEmpfohlene Gruppengröße: 4 – 10 Personen (gerade Anzahl ideal, zwei Gruppen)
Empfohlener Typ Mensch: Redet gerne und schnell. Lernt nicht gerne neue Regeln. Hat vielleicht keinen Tisch. Nostalgisch veranlagt, denn dieses Spiel kennt jeder schon. Erfahrene Spieler könnten übersättigt davon sein.
Anforderung an die Konzentration: Gering. Die Regeln sind einfach und dürften sowieso noch jedem von diversen Klassenfahrten und Geburtstagsfeiern bekannt sein. Man kann die Rundenlängen beliebig anpassen. Aber eine schnelle Auffassungsgabe ist beim Erklären und Raten gefragt.
Was konkret zu tun ist: Unter Zeitdruck der eigenen Gruppe Begriffe erklären, ohne die je fünf dafür verbotenen Wörter zu verwenden.

Just One

Just OneEmpfohlene Gruppengröße: 5 – 7 Personen
Empfohlener Typ Mensch: Eher schweigsam, aber mit vielen Freunden. Bevorzugt kooperative Spiele gegenüber kompetitiven. Interessiert an unverbrauchten Spielideen. Keine Lust auf Leerlauf, denn alle spielen gleichzeitig. Auch für schreibfähige Kinder geeignet, wenn man nicht gerade die schwersten Begriffe aussucht.
Anforderung an die Konzentration: Sehr gering. Einfacher wird es nun wirklich nicht. Simple Regeln, jeder muss nur ein Wort notieren und dann wird nicht einmal gegeneinader gespielt, sondern zusammen.
Was konkret zu tun ist: Einen Begriff mit einem einzigen Wort beschreiben, das sich von denen der Mitspieler unterscheiden muss.

Codenames

CodenamesEmpfohlene Gruppengröße: 4 – 8 Personen (idealerweise eine gerade Anzahl, weil es zwei Gruppen gibt) – „Codenames Duett“ ist eine gelungene Zwei-Spieler-Variante
Empfohlener Typ Mensch: Um die Ecke denkend, mit Spaß an Spielen, die das Gehirn fordern. Der Erklärer sollte sich gut konzentrieren können und sprachgewandt haben. Interessiert an unverbrauchten Spielideen. Nichts für Ungeduldige, denn mit Zeitbeschränkung macht es meiner Meinung nach weniger Spaß.
Anforderung an die Konzentration: Hoch. Eher nichts für späte Stunden oder wenn es laut ist, denn wenn man nur leichte Wort-Kombinationen wählt, verliert das Spiel seinen Reiz.
Was konkret zu tun ist: Einen einzelnen Begriff als Hinweis überlegen, der die Mitspieler auf möglichst viele ausliegende Wörter gleichzeitig bringt.

Monikers

MonikersEmpfohlene Gruppengröße: 4 – 8 Personen (gerade Anzahl ideal, zwei Gruppen)
Empfohlener Typ Mensch: Rudimentäres Interesse am Personenraten sowie ein halbwegs verlässliches Gedächtnis sollten vorhanden sein. Gerne und schnell zu reden ist von Vorteil. Pantomime optional. Mag Humor in Spielen und lacht hin und wieder über Memes.
Anforderung an die Konzentration: Mittel. Trotz vergleichbar simpler Regeln fordernder als Tabu, weil man sich die Karten über die Runden hinweg merken sollte. Hat mich durch diesen Twist sehr positiv überrascht und hebelt das Problem aus, dass man normalerweise hat, wenn man eine Person nicht kennt.
Was konkret zu tun ist: Unter Zeitdruck zuerst Prominente (im weitesten Sinne) beschreiben, dann in der zweiten Runde die selben Karten mit nur einem Wort beschreiben, und in der dritten Runde mit Pantomime.
Hinweis zur Sprache: Es gibt das Spielprinzip zwar auch auf Deutsch (Time’s Up / Sag’s mir!), aber Monikers hat meinem Gefühl nach lustigere und ungewöhnlichere Begriffe dabei und ist auch mit geringen Englischkenntnissen spielbar. Wer Angst vor Insidern aus dem Internet hat, sollte aber ruhig zu den deutschen Varianten greifen.

Outburst!

Outburst!Empfohlene Gruppengröße: 2 – 10 Personen
Empfohlener Typ Mensch: Spaß an Quizspielen, bei denen man nicht so leicht als Depp dasteht. Nostalgische Familienduell Fans. Kreativität ist eher nicht gefragt. Kinder könnten bei vielen Themen mitraten.
Anforderung an die Konzentration: Gering. Es sollten einem halt genügend Antworten einfallen, aber man rät ja mit anderen zusammen. Deswegen durchaus für fortgeschrittene Uhrzeiten geeignet. Das Reinrufen hält wach.
Was konkret zu tun ist: Als Gruppe unter Zeitdruck möglichst viele der 10 vorgegebenen Top-Antworten zu einem Thema erraten.

Concept

Empfohlene Gruppengröße: 2 – 10 Personen
Empfohlener Typ Mensch: Phantasievoll und fähig, um die Ecke und eben in „Konzepten“ zu denken. Schätzt ein aufgeräumtes Design. Macht sich nichts daraus, wenn ein Spiel eine Spur zu leicht ist und deshalb möglicherweise wenig Langzeitmotivation für die Gruppe bietet.
Anforderung an die Konzentration: Gering, wenn man nach einigen Runden die Symbole auf dem Spielplan kennt. Regeln schnell erklärt und man wird schnell immer besser.
Was konkret zu tun ist: Begriffe (aber auch z.B. Sprichwörter) erklären, indem man auf dem Spielbbrett verschiedene Symbolbilder markiert.

Haste Worte?

Haste Worte?Empfohlene Gruppengröße: 4 – 8 Personen
Empfohlener Typ Mensch: Phantasievoll, großer Wortschatz. Schnelle Schreiber. Spaß an Spielen wie Scrabble und Boggle, aber genervt von langen Wartezeiten. Ausufernde Diskussionen über die Gültigkeit von Begriffen möglich.
Anforderung an die Konzentration: Relativ hoch. Es sollte während man aufschreibt ruhig sein und ein Spielfeld gehört auch noch dazu. Aber die Regeln sind nicht kompliziert.
Was konkret zu tun ist: Unter Zeitdruck möglichst viele und einzigartige Begriffe zu einem Thema notieren.

Anno Domini

Anno DominiEmpfohlene Gruppengröße: 2 – 8 Personen
Empfohlener Typ Mensch: Sparsam mit wenig Platz im Schrank – oder aber Sammler vieler verschiedener bunter Editionen. Guter Gefühl für zeitliche Einordnungen. Freunde von Quizspielen, kuriosen Fun Facts und vom Bluffen.
Anforderung an die Konzentration: Mittel. Man muss die ausliegenden Karten im Blick behalten und bluffen, wenn man sich unsicher ist.
Was konkret zu tun ist: Karten mit (oft eher unbekannten) historischen Ereignissen in eine chronologische Reihenfolge bringen, und den Gegnern weiß machen, dass man weiß was man da tut.

A Fake Artist Goes to New York

A Fake Artist Goes to New YorkEmpfohlene Gruppengröße: 5 – 8 Personen
Empfohlener Typ Mensch: Sparsam mit wenig Platz im Schrank. Zeichnet gerne, kann es aber nicht unbedingt. Schweigsam, aber mit vielen Freunden. Legt andere gerne herein. Interessiert an unverbrauchten Spielideen.
Anforderung an die Konzentration: Mittel. Es ist schwieriger als man denkt, so zu zeichnen, dass es für den „Fake Artist“ nicht zu schnell offensichtlich ist, was das Motiv werden soll.
Was konkret zu tun ist: Alle zeichnen zusammen ein Bild, aber einer aus der Gruppe weiß nicht, was gezeichnet werden soll.

Cards Against Humanity

CAHEmpfohlene Gruppengröße: 4 – 10 Personen
Empfohlener Typ Mensch: Des Englischen mächtig. Schwarzer Humor. Also wirklich sehr schwarz. Nicht unbedingt mit jeden Großeltern oder Arbeitskollegen spielbar.
Anforderung an die Konzentration: Gering. Hier kommt es mehr aufs Lachen als aufs Gewinnen an.
Was konkret zu tun ist: Zu einer Frage eine möglichst unangmessene Antwort ausspielen und damit den aktiven Spieler möglichst gut erheitern.
Hinweis zur Sprache: Es gibt deutsche Versionen, die allerdings teilweise unerlaubt beim Original geklaut haben. Wenn möglich, würde ich bei CAH bleiben, da es hier außerdem viele Erweiterungen gibt. Die neue internationale Version ist für uns besser geeignet als die erste, weil man einiges als Europäer nicht kennt.

Mysterium

MysteriumEmpfohlene Gruppengröße: 2 – 7 Personen
Empfohlener Typ Mensch: Hegt Sympathien für Sherlock Holmes und das kleine Gespenst. Verachtet die üblichen Partyspiele, mag aber atmosphärische Brettspiele. Freude am Interpretieren hübscher Gemälde. Bevorzugt kooperative Spiele gegenüber kompetitiven. Steht nicht empört auf, wenn die Regelerklärungen 10 statt 5 Minuten dauern.
Anforderung an die Konzentration: Hoch. Im Vergleich komplexere Regeln und mehr Spielmaterial. Der „Erklärer“ hat es schwerer, die Ratenden einfacher. Man hilft sich gegenseitig.
Was konkret zu tun ist: Als Geist den Mitspielern anhand abstrakter Bildkarten Hinweise auf den eigenen Mörder, Tatort und Tatwaffe geben.

Therapy

TherapyEmpfohlene Gruppengröße: 4 – 6 Personen
Empfohlener Typ Mensch: Hobbypsychologen. Die Spieler müssen sich alle halbwegs kennen und Zeit mitbringen. Es sollte ihnen nicht unangenehm sein, dass über sie diskutiert wird. Humor hilft. Quizfragen sollten einen nicht nerven.
Anforderung an die Konzentration: Mittel. Es ist ein Brettspiel mit einfachen Regeln, kann aber schon mal zwei Stunden dauern.
Was konkret zu tun ist: Mitspieler korrekt einschätzen und Wissensfragen zu psychologischen Themen beantworten.

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